Klingbeil will Bonpflicht lockern

Klingbeil will Bonpflicht lockern

Nach einem Gesetzentwurf von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil soll die papierhafte Belegausgabepflicht schrittweise abgeschafft werden. Bei Einkäufen bis 30 Euro sollen digitale Belege zukünftig ausreichen, berichtet das „Handelsblatt“. Papierbons müssten dann nicht mehr ausgedruckt werden. Die Bonpflicht war Anfang 2020 eingeführt worden, um Steuerbetrug zu erschweren. Vor allem Betriebe mit vielen Kleinbetragsverkäufen, darunter Bäckereien, kritisierten jedoch den hohen Papierverbrauch, zusätzliche Kosten und den bürokratischen Aufwand. Nach den Plänen des Finanzministeriums sollen Belege künftig beispielsweise per QR-Code oder E-Mail bereitgestellt werden. Ein konkreter Zeitpunkt für die Umsetzung steht bislang noch nicht fest.

Lockerung bei Bons, strengere Regeln für Kassen
Im Gegenzug will das Ministerium die Anforderungen an Kassensysteme verschärfen. Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 100.000 Euro sollen künftig verpflichtet werden, elektronische Registrierkassen zu nutzen. Nach Angaben des Finanzministeriums gibt es derzeit rund 114.000 offene Ladenkassen in Deutschland. Da dort keine elektronische Aufzeichnung erfolgt, gelten sie als besonders anfällig für Steuerhinterziehung. Die Umstellung auf elektronische Kassensysteme würde laut Gesetzentwurf einmalige Kosten von rund 98 Millionen Euro verursachen. Durch die schrittweise Abschaffung der Papierbonpflicht soll die Wirtschaft gleichzeitig jährlich um rund 89 Millionen Euro entlastet werden. Für Härtefälle sind Ausnahmen vorgesehen, etwa für Vereine, die durch einzelne Veranstaltungen vorübergehend die Umsatzgrenze überschreiten. Diese müssten jedoch bei den Finanzbehörden beantragt werden.
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