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Kreativ gegen Bonpflicht

Drastische Wort bei der Bäckerei Bosselmann und die Bäckerei Frick empfiehlt, die Bons dem Finanzamt in den Postkasten zu werfen. Foto: Töpfer

 

Die Bäckerei Frick im baden-württembergischen Weingarten ärgert sich wie die gesamte Branche über die seit 1. Januar 2020 geltende Bonpflicht. In einem Brief auf der Facebook-Seite wendet sich der Betrieb an seine Kunden.

Zunächst wird der Hintergrund des neuen Gesetzes erläutert und dann gibt’s eine kreative Handlungsanweisung. Man solle doch bitte die Bons mitnehmen, sie zuhause vielleicht sammeln und wenn genügend Bons beisammen sind: „Stecken Sie diese doch bitte bei einem Abendspaziergang einfach in den Briefkasten des örtlichen Finanzamtes.“ Der sei groß genug. „Und somit dürfen sich auch die mit dem Sondermüll beschäftigen, die ihn in Auftrag gegeben haben.“

 

Mit drastischen Worten und Ironie äußert Dr. Gerhard Boßelmann von Bosselmann. Die Landbäckerei aus Hannover: „Wir müssen Sie strikt davor warnen, den Bon zu berühren. Er enthält Giftstoffe wie das krebserzeugende Bisphenol A!“ Und bietet seinen Kunden Gummihandschuhe an, damit sie die Bons „ohne gesundheitliche Schäden annehmen können“. Schade nur, dass die Bons bei Bosselmann dann schon vor dem 1. Januar 2020 krebserzeugende Substanzen enthalten haben müssten. Und die wurden den Kunden ohne Handschuhe ausgehändigt.

Es bleibt abzuwarten, ob und wann sich die Politik bewegt. Erste Ausnahmegenehmigungen von der Pflicht sind in einigen Bundesländern bereits ausgesprochen worden.