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Backwerk: Die neuen Ziele

Setzt auf Snacks und neue Standorte in Tankstellen: Karl Brauckmann, Deutschland-Chef von Valora Food Service, der Schweizer Mutter von Backwerk und Brezelbäcker Ditsch. Foto. Valora

 

Weniger Discounter, mehr Bäckergastronom mit Wohlfühlcharakter: Backwerk hat sich kontinuierlich vom Billiganbieter für Brötchen zum Snackanbieter mit Cafés entwickelt. Heute macht das Unternehmen nur noch acht Prozent seines Geschäfts mit unveredelten Backwaren wie Brot und Brötchen. Wohin die Reise geht, verriet Karl Brauckmann, Deutschland-Chef von Valora Food Service, der Schweizer Mutter von Backwerk und Brezelbäcker Ditsch, in Gesprächen mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und dem Handelsblatt.

„Heute verkaufen wir vor allem Snacks und kaum noch Brot und Brötchen direkt, das meiste ist belegt“, sagte Brauckmann der FAZ. Und ergänzt: „Die Verbraucher trauen uns, wie allen Bäckereien, grundsätzlich den Verkauf von vielseitigen Snacks zu. Das waren und sind ideale Voraussetzungen, um uns in Richtung Gastronomie zu entwickeln.“

Backwerk versteht sich nicht als reiner To-Go-Anbieter. Der Anteil der Kunden, die nicht nur etwas zum Mitnehmen kaufen, sondern sich zum Essen hinsetzen, nehme stetig zu: „Wir mieten heute in der Innenstadt kein Ladenlokal mit weniger als 180 Quadratmeter Fläche mehr an, 50 Sitzplätze sind das Minimum. Unser neuer Laden in Saarbrücken hat 100 Sitzplätze, in Bochum sind es sogar noch mehr. Das wäre vor zehn Jahren noch unvorstellbar gewesen für uns. Genauso wie der Burger, den wir seit zwei Wochen im Programm haben.“ In einem Laden in Moers testet Backwerk gerade den Verkauf von Suppen und Pasta, die in den Niederlanden schon zum Standardprogramm des Backgastronomen gehören.

Auch bei der Standortwahl geht Backwerk neue Wege: Eigene Läden in Esso-Tankstellen (Foto) werden zurzeit getestet, sagte Brauckmann dem Handelsblatt. So wolle man der rückläufigen Frequenz in Innenstadtlagen begegnen. Im September begann an drei Standorten in Köln und Frankfurt ein auf zwölf Monate ausgelegtes Pilotprojekt: In Köln (Standort Höninger Weg, Neustadt-Süd) wird ein Backwerk Store in die Tankstelle integriert und in Frankfurt (Königsteiner Straße + Rheinlandstraße) werden mit Backwerk und Ditsch gleich zwei Shop in Shops entstehen.

Und auch mit einem anderen Produkt möchte Backwerk sein Image aufpolieren: Zum 1. Januar wird es nur noch Fairtrade-Kaffee in den Backwerk-Filialen geben.