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Hamburg protestiert

Obermeisterin Katharina Daube (links) beim Protest vor der Hamburger Finanzbehörde. Foto: Bäckerinnung Hamburg

 

Gestern demonstrierte die Bäcker-Innung der Freien und Hansestadt Hamburg vor der Finanzbehörde gegen die Bon-Pflicht. Obermeisterin Katharina Daube (links) fordert Entlastung und Ausnahmeregelungen für Bäckereibetriebe. Wenn die Verordnung so umgesetzt werde, wie angekündigt, würden in Hamburg jeden Tag so viele zusätzliche Bons gedruckt, dass sie in ihrer Gesamtlänge fast fünfmal um die Alster reichen – etwa 34,8 Kilometer Rollenpapier täglich.

Das Gesetz sehe zwar Ausnahmemöglichkeiten vor, diese würden vom Bundesfinanzminister allerdings so streng ausgelegt, dass bislang kein Handwerksbäcker eine Befreiung erhalten hat. „Damit lässt man vor allem die kleinen Handwerksbetriebe im Regen stehen!“ sagte Daube. Wenn die Kassensicherungsverordnung tatsächlich so umgesetzt werde, wie angekündigt, würden in Hamburg jeden Tag so viele zusätzliche Bons gedruckt, dass sie in ihrer Gesamtlänge fast fünfmal um die Alster reichen, das sind etwa 34,8 Kilometer Rollenpapier täglich.

Dabei seien Kassenbons in Bäckereien unnötig und umweltschädlich noch dazu! Das Umweltbundesamt rät deshalb beispielsweise Verbrauchern, Kassenbons nicht im Altpapier, sondern im Restmüll zu entsorgen „Warum sollen weitere Wälder abgeholzt werden, um die riesigen Mengen an unnötigen Bons zu produzieren?“, mahnt Daube. Denn die Erfahrung zeige: Weniger als drei Prozent der Kunden nehmen den Kassenzettel mit. „Mit dieser Verordnung wird der Mittelstand wieder einmal mit unnötigen Aufgaben belastet“, klagt Daube und betont: „Wir haben nichts zu verbergen. Die modernen digitalen Kassensysteme dokumentieren jeden Zahlungsvorgang lückenlos. Wozu dann noch die Bonpflicht?“ Zudem könne das System jederzeit einen Bon-Nachdruck erzeugen.

„Auf der einen Seite reden wir über Umweltschutz und diskutieren über die Reduktion von Coffe-to-go-Bechern, schaffen dann aber auf der anderen Seite Müllberge aus beschichtetem Papier“, sagt Innungs-Geschäftsführer Jan Loleit. „Stellen Sie sich mal vor, wieviel Müll und Bürokratie nun jedes kleine Brötchen verursacht, das innerhalb weniger Minuten aufgegessen wird!“