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Fuck-up mit Lebkuchen

Alexandra Vásquez und Annette Rieger werten ihr „Fuck-up“ im Rückblick als Chance und können sich heute über exponenziell steigende Umsätze freuen. Foto: Lenchen Lebkuchen

 

Vergangene Woche waren sie bei der Fuck-up-Night und sprachen über den Moment ihrer Firmengeschichte, an dem sie beinahe vor dem Aus standen – Ende 2017. Die beiden Gründerinnen Alexandra Vásquez und Annette Rieger hatten sich mit dem Lebkuchenrezept ihrer Uroma selbstständig gemacht und versuchten, im umkämpften Markt Fuß zu fassen. Das Verpackungsthema hatten sie allerdings unterschützt. Sie brauchten länger, um den richtigen Hersteller, den richtigen Look zu finden. Das Geld neigte sich dem Ende.

„Nach einer anfänglichen Schockstarre haben wir uns zusammengerauft und aufs Wesentliche konzentriert, den Abverkauf unserer Lenchen.“, erinnert sich Vásquez. „Immerhin hatten wir das Lager voll mit MHD-Ware. Die Zeit lief also gegen uns. Gleichzeitig hatten wir großes Glück, dass es unsere Hauptsaison war. Wir haben im Gesellschafterkreis einen Maßnahmenplan erarbeitet, der uns über die sehr schwierige Zeit getragen hat. Wir haben unter anderem ein enges Liquiditätsmonitoring etabliert, acht Monate auf unser Gehalt verzichtet, ein weiteres Gesellschafterdarlehen als Gründerinnen gegeben und Kosten reduziert.

Sie haben es geschafft. 2018 lag der Umsatz bei 150.000 Euro. Für 2019 peilen sie das Doppelte an. „Rückblickend sehen wir dieses „Fuck.up“ als große Chance“, so Vásquez. Man habe noch einmal alles auf den Prüfstand gestellt und jegliche Prozesse im Unternehmen hochgeworfen. „So konnten wir Optimierungspotentiale präzise aufdecken, die wir vorher gar nicht identifiziert hatten.“

In der ZDF-Sendung Wiso sprachen die beiden ebenfalls sehr offen über ihr Unternehmen.