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Lila Bäcker: Insolvenz beendet

Viola Kaluza (Foto) führt nach dem Ende des Insolvenzverfahrens die Geschäfte der Unser Heimatbäcker GmbH alleine.
Foto: Lila Bäcker

 

Aufatmen bei der Bäckereikette Lila Bäcker: Seit heute (16. September 2019) ist sie entschuldet und wird mit rund 2.180 Mitarbeitern in 270 Filialen fortgeführt. Das Amtsgericht Neubrandenburg hat heute das Insolvenzverfahren der Unser Heimatbäcker GmbH aufgehoben.

„Wir sind froh, als Unternehmen diese Krise überlebt zu haben und eine zweite Chance zu erhalten. Vor allem konnten wir den Großteil der Arbeitsplätze und Filialen retten. Das war nur möglich, weil eine hervorragende Mannschaft das Unternehmen aus der Insolvenz geführt hat“, erklärte Viola Kaluza, seit Oktober 2018 Geschäftsführerin der Unser Heimatbäcker GmbH, die künftig die Geschäfte allein leiten wird. Stefan Blaschak wird nach 19 Monaten  als Geschäftsführer das Unternehmen verlassen. „Auch wenn die weitere Sanierung noch ein harter Weg sein wird, hat das Unternehmen mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens einen wichtigen Schritt vollzogen und kann neu starten“, teilten Insolvenzverwalter Prof. Dr. Torsten Martini und Geschäftsführer Dr. Jan Markus Plathner mit.

Viola Kaluza kündigte an, das Sortiment, die Warenpräsentation und die Öffnungszeiten zu verbessern. Noch in diesem Jahr sollen neue, in Pasewalk produzierte Brötchensorten das Sortiment erweitern. In den Filialen sollen zudem das Kosten-Controlling ausgebaut und bis Anfang 2020 ein neues Kassensystem eingeführt werden, um Kunden die Möglichkeit zum bargeldlosen Bezahlen zu bieten.

 

Unser Heimatbäcker Gruppe besteht künftig aus drei Geschäftsbereichen

Nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens kann das Management wieder selbständig und uneingeschränkt handeln. Während der Insolvenz konnte das Unternehmen bereits die erforderlichen Restrukturierungen beginnen und die Grundlage für die neue gesellschaftsrechtliche Struktur vorbereiten. Künftig gliedert sich die Unser Heimatbäcker Gruppe in drei Geschäftsbereiche. Die Unser Heimatbäcker GmbH produziert Brot und Brötchen in Pasewalk und betreibt die Filialen (B2C). Nach konstruktiven Verhandlungen mit Vermietern werden rund 270 Filialen in die B2C-Gesellschaft überführt. Eine neu gegründete Gesellschaft stellt Backwaren und Kuchen in Neubrandenburg her und verantwortet das Geschäft mit Großkunden (B2B). Ebenfalls eine neu gegründete Gesellschaft führt alle Logistikleistungen zusammen. Fremdleistungen sollen durch eigene Touren übernommen werden, um bestehende Arbeitsplätze zu sichern.

Nach Schließung der Produktion in Dahlewitz werden nun alle eigenproduzierten Brote und Brötchen in Pasewalk hergestellt. Die Produktion von Backwaren und Kuchen sowie das Großkundengeschäft (B2B) werden weiterhin am Standort Neubrandenburg konzentriert sein. Marktauftritt und Sortiment sollen optimiert sowie Verpackungen und Abgabemengen weiter standardisiert werden.

In den nächsten Monaten wird die Holding ihren Sitz an einen innerhalb der Gruppe zentraleren Standort im Raum Neubrandenburg verlegen und dort wichtige zentrale Steuerungsfunktionen bündeln. Wenn Betriebe oder Betriebsteile auf die neuen operativen Gesellschaften übergehen, übernehmen diese Gesellschaften alle Rechte und Pflichten aus den bestehenden Arbeitsverträgen. Alle vertraglichen Arbeitsbedingungen bestehen also unverändert fort. Etwaige betriebliche Vereinbarungen gehen auf die neue Gesellschaft über. Bisherige Urlaubsansprüche und Regelungen zur betrieblichen Altersvorsorge bleiben unverändert bestehen.

„Mit der Sanierung in der Insolvenz konnten wir die meisten Arbeitsplätze und Filialen in der Region erhalten. Obwohl rund 500 Arbeitsplätze weggefallen sind, mussten wir nur 160 betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Einige Hundert Mitarbeiter kündigten selbst während der Insolvenz. In einigen Filialen suchen wir bereits wieder Mitarbeiter. Vor allem wollen wir jetzt zukunftsfähige und sichere Arbeitsplätze anbieten“, erklärte Ronny Rose, Leiter Personal der Unser Heimatbäcker GmbH.