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Streit um Lila Bäcker

Jetzt soll es eine Landesbürgschaft richten, trotzdem werden wahrscheinlich rund 150 Filialen von Lila Bäcker/Unser Heimatbäcker geschlossen. Foto: Töpfer

 

Die Bäcker in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg verstehen die Welt nicht mehr: Die Landesregierung in Schwerin will eine Bürgschaft von 10 Millionen Euro geben, um den Betrieb des Lila Bäcker/Unser Heimatbäcker zu sichern. „Normalerweise regelt das der Markt“, beschwert sich Matthias Grenzer, Landesinnungsmeister der Bäcker und Konditoren in MV gegenüber der Ostsee-Zeitung. Viele Bäcker finden es ungerecht, dass kleine Betriebe keine Chancen auf solche Rettungsmittel haben, obwohl sie in der Summe viel mehr Mitarbeiter haben als der Lila Bäcker. Immer wieder gibt es Stimmen, die das Geschäftsmodell des Unternehmens anzweifeln. Sie halten es auch mit einer Bürgschaft nicht für zukunftsfähig.

Die schwedische SEB– und die niederländische NIBC-Bank, bei denen Lila Bäcker/Unser Heimatbäcker einen Kredit von 65 Millionen Euro haben soll, übernehmen das Unternehmen mit rund 400 Filialen für rund 2,5 Millionen Euro. Wieviel Geld tatsächlich fließt, ist unklar. Von Wert sind insbesondere die Immobilien der Produktionsstandorte in Pasewalk und Neubrandenburg. Rund 150 Filialen der Bäckereikette werden wohl geschlossen. 700 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.

Mit der Übernahme hätten sich die Banken verpflichtet, bis August den Betrieb weiterzuführen und die zu erwartenden Verluste von 3,5 Millionen Euro auszugleichen, schreibt die Ostsee-Zeitung weiter. Bedingung für diesen Deal sei wohl die Zusage einer Landesbürgschaft von 10 Millionen Euro. Ein bereits ausgehandelter Vertrag mit Firmengründer Volker Schülke sei kurz vor Abschluss geplatzt.