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Streitthema Acrylamid

Bereits seit 2002 wird über diesen Stoff, der beim Erhitzen stärkehaltiger Lebensmittel entsteht, heftig diskutiert. Die europäische Lebensmittelaufsicht Efsa geht davon aus, dass Acrylamid im Essen das Krebsrisiko erhöht. Jetzt hat ein Expertengremium der EU-Kommission eine strengere Produktionsrichtlinie beschlossen, um die Acrylamidgehalte in Lebensmitteln wie Pommes, Chips, Brot und Keksen zu reduzieren.

Die vorgeschlagene Verordnung geht nun zur Abstimmung ins Europaparlament und sieht Verarbeitungsvorgaben vor wie: weniger Zucker, möglichst wenig Hitze, möglichst geringe Bräunung. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) nennt die Verordnung überflüssig, Verbraucherschützern geht sie nicht weit genug. Der Zentralverband reagierte mit einem Faktencheck zum Thema.

„Nach dem Wortlaut des Verordnungsvorschlags haben die allermeisten Handwerksbetriebe keine verpflichtenden Produktuntersuchungen zu erwarten“, sagt Bäckerpräsident Michael Wippler. Die Pflichten, die die Verordnung für Handwerksbetriebe vorsieht, seien überschaubar. Die sehr niedrigen Richtwerte seien dennoch ein Ärgernis, so Wippler weiter. Er befürchte, die Öffentlichkeit erkenne hierin fälschlicherweise Grenzwerte, deren Überschreitung eine Gesundheitsgefahr bedeute. Dafür gäbe es keine wissenschaftliche Grundlage.
Tritt die neue EU-Verordnung im Frühjahr 2019 in Kraft, wird dies wenig Einfluss auf die Zukunft dunkler Brote haben. „Die Farbe der Kruste sagt nichts über den Acrylamidgehalt eines Brotes aus“, kommentiert Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider. Werde ein Brot aus einem dunklen Teig gebacken, führe dies zwangsläufig zu einer dunklen Kruste, ohne dass diese Brote viel Acrylamid enthalten. Das sehe die Verordnung auch so vor. Zutaten und Charakter des Brotes müssten dementsprechend immer berücksichtigt werden.
Einen Überblick und Hintergrundinformationen zum Thema Acrylamid und Risikobewertung gibt das Bundesinstitut für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie die Verbraucherzentrale.

Fotoquelle: Zentralverband ds Deutschen Bäckerhandwerks