Top-News

1. Detmolder Bio-Tagung

Wie lässt sich die Herkunft importierter Bioware sicher kontrollieren? Das Thema Rohstoffbeschaffung war einer der Schwerpunkte der 1. Detmolder Bio-Tagung, zu der die Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung e. V. (AGF) eingeladen hatte. Rund 80 Teilnehmer aus Wissenschaft, Mühlenindustrie, Bäckereien und Lebensmittelindustrie informierten sich über aktuelle Trends.

Mühlen und Hersteller sehen sich mit einem zu geringen Inlandsangebot konfrontiert. 31 Prozent des Bioweizens werden aktuell importiert. Die größten Handelspartner sind hier die Ukraine, Rumänien und die Slowakei. Wie aber kann die Sicherheit der Rohstoffe aus dem Import gewährleistet werden? Dr. Götz Kröner, Präsident der AGF und Geschäftsführer von Kröner-Stärke stellte seine Vorbeugemaßnahmen vor, die er gemeinsam mit der Eickernmühle und Engelmann ab diesem Jahr einsetzen wird, und zwar in Form eines weiteren Aufbaus einer elektronischen Datenbank für die gesamte Lieferkette. „Natürlich gibt es nie eine absolute Sicherheit“, räumt Kröner ein. „Ein Restvertrauen der Verbraucher ist notwendig, aber das muss man sich hart erarbeiten.“ Qualitätssicherung und Bio-Kontrollen waren weitere Themen der Tagung, ebenso wie die Unterschiede bei der Herstellung von Bio-Hefe im Vergleich zu konventioneller Hefe.

Alle waren sich einig: Am Ende steht der Mensch mit seiner Leidenschaft, mit der er seinen Beruf ausübt und seine Produkte herstellt. Nur so liefert er Qualität und kann langfristig das Vertrauen des Verbrauchers gewinnen. Wer hätte dies besser untermauern können als Siegfried Brenneis, Teamkapitän der Bäckernationalmannschaft? Zum Abschluss der zwei Seminartage brachte er den Teilnehmern seine Philosophie von Qualität näher. „Kontrolle und Anbau nützen nichts, wenn man als Biobäcker nicht am Puls der Zeit ist“, meint er. Der Bäcker- und Konditormeister aus dem Odenwald ist überzeugt vom „Front-Baking“: „Wenn wir dem Verbraucher zeigen, wie aufwändig es ist, ein Brot mit natürlichen Rohstoffen zu backen, dann wertschätzt er das Produkt Brot.“