Top-News

Der Becher-to-bring

Gemeinsam mit Vertreterinnen des Landesinnungsverbandes des Bäckerhandwerks Schleswig-Holstein hat Umweltminister Robert Habeck eine Handlungsempfehlung zum Thema wiederbefüllbare Kaffeebehälter vorgestellt. Sie zeigt Betrieben auf, wie sie kundeneigene Becher unter Berücksichtigung der Hygienestandards befüllen können. „Wir wollen gern unseren Beitrag zur Abfallvermeidung leisten und dabei selbstverständlich hygienisch einwandfrei arbeiten. Die Handlungsempfehlungen sind eine notwendige Grundlage für die Betriebe”, sagte Maren Andresen, Landesinnungsmeisterin des Bäckerhandwerks Schleswig-Holstein.

Nach Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe werden bundesweit derzeit insgesamt etwa 2,8 Milliarden Becher pro Jahr verbraucht, das sind 320.000 Becher pro Stunde. Allein durch diese Einwegbecher entstehen in jedem Jahr in Deutschland rund 40.000 Tonnen Müll. „Der massenhafte Verbrauch von Wegwerfbechern ist zu einem relevanten Umweltproblem geworden“, so Umweltminister Habeck. Dabei gäbe es viele Betriebe, die das stört und die nach Alternativen suchen. „Damit möglichst jeder und jede den eigenen Becher mitbringen kann, wenn er oder sie will, haben wir die Empfehlungen für die Betriebe herausgegeben. Sie helfen dabei, Systeme für “Becher-to-bring” zu etablieren und dabei alle Hygieneregeln einzuhalten”, sagte Habeck anlässlich eines Termins bei der Bäckerei Brot & Zeit (Andresen) in Kiel.

Gemäß der vorgestellten Handlungsempfehlung ist darauf zu achten, dass nur saubere, geeignete Behältnisse mit glatten, leicht zu reinigenden Oberflächen genutzt werden. Kunden sollen entsprechend informiert und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult werden.

Der Landesinnungsverband des Bäckerhandwerks Schleswig-Holstein hatte sich Ende 2016 mit dem Vorschlag an das Umweltministerium gewandt, dass sich Schleswig-Holstein an Initiativen zur Ressourcenschonung beteiligen könnte, da der Verkauf von Kaffee und sonstigen Heißgetränken mit Einmalbechern (Coffee-to-Go) zunehmend in die Kritik geraten sei. Diesen Vorschlag setzt das Ministerium mit der Handlungsempfehlung nun um.

Foto: von links: Umweltminister Robert Habeck, Landesinnungsmeister Maren Andresen und Verbandsgeschäftsführer Heinz Essel