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TK-Brezel besser als frische

Da wollte Stiftung Warentest mal wieder eine alltagstaugliche Empfehlung geben und stach in das berühmte Wespennest: Die Tester untersuchten 17 Laugenbrezeln, davon zehn tief­gefrorene zum Aufbacken für zu Hause und sieben fertiggebackene aus Back­ketten und Discounter-Aufback­stationen. Fazit: Die Qualität stimmt, schlechter als befriedigend schneidet keine der Brezeln im Test ab. Die Tiefkühl­brezeln haben die Nase leicht vorn. Eine Welle der Empörung ging durchs Land. Von einem „brezngate“ war gar die Rede. Auch vom bayerischen Landesinnungsverband kommt Kritik.

Die Tester wählten keine Produkte von lokalen Handwerksbetrieben, sondern ausschließlich Ware von großen Ketten. Begründung: Die LeserInnen sollen die Brezel überall in Deutschland kaufen können. „Da nützt es nichts, wenn wir nur einen Bäcker in Stuttgart oder München haben“, erklärte Projektleiterin Charlotte Granbobs gegenüber der „Passauer Neuen Presse“. Das täte ihnen schon auch irgendwie leid, dass wir die kleineren Handwerksbetriebe nicht testen könnten, weil die Marktbedeutung zu gering ist.

„Bei den Menschen kommt die Aussage an, dass Tiefkühlprodukte besser seien als die vom Bäcker – doch im Test wurde nur Massenware untersucht“, sagt Wolfgang Filter, Geschäftsführer des bayerischen Bäckerhandwerks, im Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“. Er fände die Aussage ungünstig, auch wenn er Stiftung Warentest nichts unterstellen wolle. Frische Brezen von wirklichen Handwerksbäckern hätten garantiert besser abgeschnitten. Bei den TK-Produkten schnitten die Brezen von „Ditsch“ am besten ab. Hinten lagen die Backwaren von „Edeka Gut & Günstig“.