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Kreuzberger kämpfen

Rund 300 Menschen demonstrierten in Berlin Kreuzberg vor ihrem Bäcker „Café Filou“ und fordern den Erhalt des Betriebes. Das ist bereits die dritte Kundgebung seitdem im Dezember die Eigentümer des Hauses den Mietvertrag der Bäckerei nach 15 Jahren nicht verlängert haben, wie verschiedene Medien berichten. Damit müssen die Betreiber Nadja Wagner und Daniel Spülbeck Ende Juli 2017 das Ladenlokal räumen. In der Bezirksverordnetenversammlung brachten die Grünen, die Linke und die CDU jetzt eine Resolution ein, um den Laden zu retten.

Die Beweggründe de Hauseigentümer: Man wolle nicht verdrängen, sondern dafür sorgen, dass es im Kiez einen richtigen Bäcker gebe, sagte Charles Skinner der „Morgenpost“. Er habe angeboten, den Mietvertrag zu verlängern, wenn aus dem Laden eine richtige Bäckerei werde, die nicht nur Aufgebackenes verkaufe. „Das ist nicht wahr, es gab nie ein solches Angebot“, kommentiert Spülbeck und hält dagegen: „Wir sind ein Familienbetrieb. Unsere Bäckerei hat einen festen Platz im Kiez.“ Der Laden sei ein wichtiger Anlaufpunkt für die Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels. Zudem entstehe ohne das „Filou“ eine echte Versorgungslücke, da es im näheren Umkreis keine andere Bäckerei gebe. Das Angebot des „Café Filou“ besteht aus Backwaren, die aus Teiglingen hergestellt werden, Demeter-Broten der Berliner „Märkisches Landbrot GmbH“ sowie hausgemachten Suppen als Mittagstisch. Als erstes kleines positives Zeichen wertet Spülbeck, dass ein Vertreter der Eigentümer an die Nachbarschaftsinitiative „Bizim Kiez“ herangetreten sei, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

„Bizim Kiez“, auf deutsch „Unser Kiez“, ist eine Initiative, die „verhindern möchte, dass Berlins gewachsene Kieze mit ihrer unterschiedlichen und immer einzigartigen Mischung weiter von der spekulativen Immobilienwirtschaft ausverkauft werden. Die nächste Demonstration für das „Café Filou“ ist für den 25. Februar 2017 geplant.