Energiesparen und kleinere Brote backen

Energiesparen und kleinere Brote backen

Nicht nur die Spritpreise steigen, auch die Preise für Strom klettern in die Höhe. Die mit dem Nahostkrieg nochmal rasant gestiegenen Energiepreise setzen den Bäckereien zu: „Wir versuchen, die Backvorgänge zu optimieren”, sagt Bäckermeister Ralf Andrae (Foto) von der Bäckerei Andrae im rheinland-pfälzischen Waldböckelheim gegenüber der „Tagesschau“. Das bedeute, dass er die Gradzahlen für die Öfen, die sehr viel Energie verbrauchen, anpasse. „Wir lasten zudem die Öfen so gut aus, wie es geht. Die Energiefrage hat sich für uns nochmal verschärft.“ Kurz vor Ausbruch des Krieges habe Andrae seine Öltanks zum Glück noch einmal komplett gefüllt. So habe er den ganz großen Preissprung nochmal vermeiden können. „Jetzt verbrauchen wir so effizient wie nur möglich.“ Wie viele andere Bäckereien verwendet der Betrieb Ölöfen. Der Betrieb versuche jetzt, alle Sparpotenziale zu nutzen – und teilweise auch kleinere Brot zu backen. „Das geht schneller und spart Energie“, sagt Andrae. Die Mitarbeiter, die ausliefern, seien angehalten, alle Routen zu überprüfen und Leerfahrten zu verhindern. Der starke Anstieg der Dieselpreise belastet das Speditionsgewerbe erheblich. Seit Beginn des Iran-Kriegs sei der Preis um rund 40 Cent pro Liter gestiegen, sagte Dirk Engelhardt, Chef des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL).

Auch Rohstoffe steigen im Preis
Auch bei den Zutaten würden die Preise seit einigen Tagen deutlich anziehen. Das bedeutet für den Betrieb, dass Produkte wie Kürbiskernbrötchen und -brote eventuell demnächst aus dem Sortiment gehen. Die Kunden reagierten inzwischen recht sensibel auf jede weitere Preiserhöhung, berichtet Madeleine Andrae, die im Familienbetrieb im Verkauf tätig ist. Doch wenn wie die Preise nicht erhöhen würden, wäre die Gefahr groß, ins Minus zu rutschen.

Hier können Sie sich den kurzen „Tagesschau“-Beitrag über die Bäckerei ansehen.

Spediteure warnen vor Preisschub durch teuren Diesel
Bei einer monatlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern und einem Verbrauch von 30 Litern pro 100 Kilometer ergeben sich für einen Lkw demnach Mehrkosten von rund 1.200 Euro pro Monat, berichtet die „Lebensmittel-Zeitung“. Bei einer Flotte von 50 Fahrzeugen summiere sich dies auf mehr als 700.000 Euro im Jahr. “Dass dies früher oder später Auswirkungen auf die Verbraucherpreise haben könnte, ist naheliegend”, betonte Engelhardt. Die Transportbranche fordert angesichts der stark gestiegenen Dieselpreise kurzfristige staatliche Entlastungen. Nötig seien laut Engelhardt schnelle und unbürokratische Maßnahmen, um die Liquidität der Unternehmen zu sichern und Lieferketten aufrechtzuerhalten.

Dieselpreisbremse gefordert
Gefordert wird unter anderem eine Dieselpreisbremse, um die Belastung der Betriebe zu begrenzen und Insolvenzen im Mittelstand zu verhindern. Denkbar seien zudem eine Erstattung der CO2-Abgabe auf Diesel oder eine Aussetzung der CO2-Komponente der Lkw-Maut. Entscheidend sei, dass die Maßnahmen zielgerichtet und direkt bei den Transportunternehmen ankommen.
Zur Absicherung gegen Preisschwankungen setzen viele Unternehmen dem BGL zufolge auf sogenannte Dieselfloater, das seien einzelvertraglich vereinbarte Preisgleitklauseln, die in beide Preis-Richtungen wirken. Diese griffen jedoch oft zeitverzögert und könnten die aktuellen Belastungen nur begrenzt abfedern. “Viele kleine Transportunternehmen hingegen verfügen erst gar nicht über derartige Absicherungsmechanismen – die Kosten schlagen dort unmittelbar durch”, machte BGL-Chef Engelhardt deutlich.

Foto: Screenshot back.intern./ tageschau.de