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Was denn nun?

Wer braucht schon einen Bon vom Bäcker? Foto: AdobeStock

 

Beinahe täglich berichten die Medien über die Bonpflicht. So stellte die „FAZ“ in einem Kommentar gestern die Frage, was an Bons vom Bäcker eigentlich schlimmer sei, als an denen vom Supermarkt, die zudem meist noch viel länger seien? Und empfiehlt, sich ab sofort nur noch über Wichtiges aufzuregen. Die „ZEIT“ hingegen sieht in der neuen Bonpflicht den Versuch des Staates, den Kunden zum Gehilfen des Finanzamtes zu machen, weil er kontrollieren kann und soll, ob die Bäckereiverkäuferin alles eingetippt hat, was über die Theke ging.

Zu der Frage, wie das neue Gesetz von Bäckereien umzusetzen ist, hat sich Rechtsanwalt Christopher Kruse vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks im ADB-Forum bei Facebook zu Wort gemeldet. Es seien jede Menge Falschmeldungen zum Thema im Umlauf, was ärgerlich sei und in der Branche für Unsicherheit führe. „Bis auf Weiteres bleibt die Bonausdruckpflicht bestehen“, betont Kruse im Gespräch. Auch wenn die Prognose des Verbandes sich bewahrheitet hätte, dass die Kunden mehrheitlich auf einen Bon verzichten. „Wir brauchen eine realistische, funktionierende Ausnahmeregelung für die Branche und dafür setzen wir uns als Verband beim Finanzministerium ein.“

Ausführliche Informationen zum neuen Gesetz und zur Bonpflicht hat der Zentralverband in seinem Newsletter im Dezember 2019 verschickt. „Er enthielt Ausführungen zu unseren Arbeit im Interesse der Betriebe, eine spezielle Information zu der Weiterverwendung von Altkassen und die umfassende Handreichung zu allen Fragen des Kassengesetzes 2020, die der ZDH , mit dem wir in dieser Sache sehr eng zusammenarbeiten, erstellt hat“, so Kruse. Kurz vor Weihnachten habe man auch noch einen Sondernewsletter zu den Befreiungsanträgen und der Reaktionsmöglichkeit bei Anlehnung verschickt. Auch in den vorangegangenen Newslettern waren die neuen Vorschriften immer eines der Top-Themen gewesen.