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Eigenverantwortung gefragt

Bon-Berge auch bei der Bäckerei Schüren in Hilden. Foto: Die freien Bäcker e.V. 

 

Der Protest reißt nicht ab. Auch vor den Theken der Mitgliedsbetriebe des Vereins Die Freien Bäcker e.V. häufen sich Verkaufsbelege für alle sichtbar auf dem Fußboden. Diese Aktion richte sich gegen eine weitere Daumenschraube, mit der Druck auf Handwerksbetriebe und Einzelhändler ausgeübt wird, so der Verein. Die Liste bürokratischer Regulierungen sei schon jetzt, vor der Einführung der sogenannten Bon-Pflicht (Kassensicherungsverordnung), schier unendlich. Die noch immer wachsende Zahl an Dokumentationspflichten und Kontrollen seien das Resultat offensichtlicher Praxisferne technokratischer „Wasserköpfe“ auf EU-, Bund- und Länderebene. Dass dieser Kontrollwahn verantwortungsbewusste, selbstständige Handwerkerinnen und Handwerker entmündige und vorkriminalisiere, werde nicht realisiert.

Diese Situation mache ein folgenschweres Problem dieser Gesellschaft deutlich. Wenn diejenigen, die produktiv oder pflegerisch die Grundlagen für unser alltägliches Zusammenleben schaffen, durch immer mehr Vorgaben und Kontrollen zeitlich belastet und bevormundet würden, dann ersticke das letztlich jede Eigenverantwortung, Kreativität, Motivation und damit auch Selbstbestimmung und Lebensfreude im Keim, so der Verein. Die Gesellschaft brauche Vertrauen, Toleranz und Kreativität zur Lösung von Problemen. Man brauche Bürgerinnen und Bürger, die Verantwortung übernehmen statt nach Vorschriften unsinnige Dokumentationspflichten auszuführen. Statt Sanktionen fordern die Freien Bäcker Rahmenbedingungen, die der gesellschaftlichen Bedeutung von Menschen entsprechen, die in Bäckereien, Metzgereien, Mühlen, Molkereien, Metallbaubetrieben, medizinischen und pflegerischen Einrichtungen arbeiten.

Verein weist darauf hin, dass im Zeitalter der Digitalisierung sich alle Kasseneingaben sofort speichern lassen. Wozu dann überhaupt Kassenbons ausdrucken, ob im Einzelhandel oder Supermarkt – außer auf Verlangen der Kunden?