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Trends an der Kuchentheke

Die Verbraucher werden immer ernährungsbewusster. Manche haben Allergien oder Unverträglichkeiten, andere springen auf einen Hype auf. Nicole Barth, Marketing Managerin, und Jürgen Rosar, Mitglied der Geschäftsleitung der Martin Braun KG zu Trends an der Kuchentheke.

 

Weizen- und glutenfrei, ohne Zusatzstoffe, weniger Zucker – wie groß ist der Einfluss dieser Trends auf die Kaufentscheidung?
Rosar: Der mündige Konsument hat das Thema Gesundheit auf dem Schirm und isst deutlich bewusster als früher. Dies gilt hauptsächlich für Grundnahrungsmittel wie Brot und Brötchen. Bei der kleinen süßen Sünde überwiegt der Genussfaktor– außer bei einer tatsächlichen Unverträglichkeit. Und nach wie vor spielt der Geschmack die größte Rolle.

Welche Vorteile haben Bäcker und Konditoren davon, zuckerreduzierte Gebäcke anzubieten?
Barth: Sie beweisen, dass sie sich mit dem Zeitgeist beschäftigen und sprechen damit gerade auch eine jüngere Zielgruppe an. Ich empfehle ein kleines, zusätzliches Sortiment von zwei bis vier zuckerreduzierten Gebäcken für diejenigen Kunden, die darauf achten möchten. Die Herausforderung besteht darin, den Genusswert auch mit weniger Süße aufrecht zu erhalten. Wir werden auf der Südback eine Konzeptidee und spannende Rezeptideen vorstellen. Es ist ein Rundum-Sorglos-Paket inklusive rechtlichem Rückhalt, denn für die Auslobung „zuckerreduziert“ muss das Produkt wenigstens 30 Prozent weniger Zucker enthalten als ähnliche, marktübliche Gebäcke – und das nachweisbar.

Wie stark ist der Trend zu weizen- und glutenfreien Gebäcken?
Rosar: Bei Brot und Brötchen ist das vielleicht ein Thema, bei süßen Backwaren hat es sich nicht als Trend durchgesetzt. Hier könnte man jedoch mit Dinkel arbeiten. Das Urgetreide ist einfach sexy und verführt den Kunden zum Kauf. Bei glutenfreien Gebäcken muss die gesamte Produktionsstätte glutenfrei sein, daher hält sich die Nachfragen hier in Grenzen. Beispielsweise einen glutenfreien Muffinmix können wir aber anbieten.

Und wie sieht es mit natürlichen Rohstoffen aus?
Rosar: Die heranwachsende Generation wird sich anders ernähren. Natürlichkeit ist kein Trend, sondern eine sich verändernde Konsumorientierung. Daher sollten sich Bäcker auf natürliche Rohstoffe fokussieren, ohne die als „böse“ wahrgenommenen Farbstoffe, Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker. Arbeiten Sie so „clean“ wie möglich. Im Sinne des Marktes ist das die Stoßrichtung der Zukunft.
Barth: Das Thema beschäftigt uns bei Braun seit einigen Jahren. Wir überarbeiten sukzessive unser gesamtes Sortiment, um die Zutatenliste so schlank wie möglich zu halten. Dabei setzen wir auf natürliche Aromen und färbende Lebensmittel. Auf diesem Stand sind zum Beispiel schon seit 2017 unsere gelben Dessertpasten Ananas, Mandarine und Orange.