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Kronenbrot insolvent

Läuft alles nach Plan? Auf der Homepage von Kronenbrot gab es heute keinen Hinweis auf das Insolvenzverfahren.

Foto: Kronenbrot

 

Größe alleine ist kein Schutz vor wirtschaftlichen Problemen: Die Bäckereigruppe Kronenbrot hat jetzt erneut Insolvenz angemeldet. Das teilte das Amtsgericht Essen am 12. Juni mit (Az. 161 IN 58/19 bis 62/19). Betroffen sind die Standorte in Köln, Witten und Würselen sowie die Kronenbrot Logistik GmbH. Nach Unternehmensangaben soll der Betrieb weiterlaufen. Aktuell beschäftigt das bereits 1865 gegründete Unternehmen rund 1.000 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte die Gruppe nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 120 Millionen Euro.

Die Insolvenz sei eine Folge der schwierigen Marktverhältnisse und eines grundlegenden Wandels des Konsumentenverhaltens, heißt es beim Unternehmen. So sei die Nachfrage nach Grau- und Vollkornbrot, den Hauptprodukten des Unternehmens, in den vergangenen Jahren immer weiter eingebrochen. Und dass, obwohl Kronenbrot auf seiner eigenen Homepage noch schreibt: „Besonders geschätzt werden die rheinischen Vollkorn- und Mischbrote von Kronenbrot.“ Eine Marktanalyse habe ergeben, dass Kronenbrot den notwendigen Wandel in seiner jetzigen Form aus eigener Kraft nicht mehr schaffen könne. Darum stellte das Unternehmen am Dienstag den Antrag auf eine Planinsolvenz.

Kronenbrot hatte 2016 schon einmal einen Insolvenzantrag stellen müssen und war danach von britischen Finanzinvestoren übernommen worden. Als Kern für eine mögliche Neuausrichtung der Gruppe sieht die Geschäftsführung vor allem den Standort Witten, wo stark nachgefragte Produkte wie Sandwich und Toast hergestellt werden.

Das Amtsgericht Essen bestellte den Rechtsanwalt Biner Bähr von der Kanzlei White & Case in Düsseldorf zum vorläufigen Insolvenzverwalter.