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„Marken und Konzepte überzeugen Kunden“

Manfred Laukamp ist Marketingdirektor bei CSM. Im Interview mit back.intern. verriet er, warum Marken immer wichtiger werden.
Foto: CSM

 

Wohl kein Backzutaten-Hersteller spielt das Thema Marken so intensiv wie CSM Bakery Solutions. back.intern. sprach mit Marketingdirektor Manfred Laukamp über die Bedeutung von Marken für Bäcker, Jubiläen von CSM-Marken und warum er nicht gerne Geburtstag feiert.

back.intern.: Welche Bedeutung haben Marken für Bäcker?
Laukamp: Marken werden für Bäcker umso wichtiger, je turbulenter das Leben wird: Wenn er Produkte mit bekannten Marken anbietet, wie ein Brigitte Balance-Brot oder einen Oreo-Donut, dann ist das für die Kunden beruhigend wie ein alter Freund, dem man vertraut, und sie übertragen das Image dieser Marken auf den Betrieb. Kurz gesagt: Marken überzeugen Kunden. Besonders dann, wenn das jeweilige Produkt in ein stimmiges Konzept eingebettet ist.

back.intern.: Sollte das Unternehmen nicht lieber selbst eine Marke sein?
Laukamp: Ich sehe darin keinen Widerspruch. Natürlich sollte der Bäcker auch eine eigene starke Marke schaffen. Die Verbraucher wollen wissen, wofür ein Betrieb steht, was sein Markenversprechen ist, was seine Produkte oder seine Dienstleistungen sind. Bekannte Produktmarken, die der Verbraucher etwa aus Publikumszeitschriften oder dem Fernsehen kennt, unterstützen die Marke des Bäckers in der Wahrnehmung des Kunden. Ein weiterer Aspekt: Es geht heute darum, dem Kunden Erlebnisse zu verschaffen. Auch dabei helfen Marken und Konzepte, die eine Geschichte erzählen.

back.intern.: Braucht der Bäcker auch eigene Produktmarken?
Laukamp: Klar, wer sich noch professioneller aufstellen will, der macht auch seine Produkte zu Marken. Dann sind sie mit denen des Wettbewerbs auch preislich nicht vergleichbar. Wichtig ist, dass der Bäcker sein Sortiment immer wieder optimiert und an Trends anpasst.

back.intern.: Welche Wirkung haben Marken nach innen?
Laukamp: Sie stärken den Teamgedanken. Darum ist es wichtig, die Werte des Unternehmens zu erarbeiten, schriftlich festzuhalten und den eigenen Mitarbeiter zu vermitteln. Sie müssen zu Markenbotschaftern werden und die Werte jeden Tag leben. Am Backofen und im Laden.

back.intern.: CSM feiert in diesem Jahr gleich drei Marken-Jubiläen, 160 Jahre Ulmer Spatz, 50 Jahre Meistermarken und 30 Jahre Goldfrost. Was hat der Bäcker davon?
Laukamp: Tradition spielt im Bäckerhandwerk nach wie vor eine große Rolle und wir wollen mit verschiedenen Aktionen zeigen, dass unsere Marken die Bäcker schon sehr lange begleiten, Erfolgsgeschichten geschrieben haben und weiterhin schreiben werden. Sie stehen für Zuverlässigkeit und geben dem Bäcker ein Gefühl der Sicherheit. Er bekommt von uns nicht nur Produkte, sondern Konzepte und Lösungen, die zu ihm passen und ihm helfen, erfolgreich zu sein.

back.intern.: Wird es dazu Preisaktionen oder besondere Angebote geben?
Laukamp: Von Preisangeboten halte ich nichts, genauso wie ich Bäckern nicht zu Preisnachlässen rate. Wir setzen auf persönliche Kontakte bei unseren Kunden vor Ort und spielen das Thema auf unserem Südback-Stand. Auf unserer Jubiläumsseite gibt es ab sofort Informationen rund um die Jubiläen: Historisches, Erfolgskonzepte und ein Online-Puzzle, bei dem es im Laufe des Jahres attraktive Preise zu gewinnen gibt, aktuell eine Reise zu den Urgetreide-Feldern bei Wien.

back.intern.: Ein Jubiläum gibt es ja auch beim baecker-werbeportal.de. 10 Jahre ist es online. Wie ist die Resonanz?
Laukamp: Immer mehr Bäcker erkennen die Vorzüge dieses Onlineportals. Einfach das eigene Logo hochladen, die entsprechende Werbeaktion aussuchen und in kurzer Zeit sind alle dafür nötigen Werbemittel fertig und Dienstleistungen gebucht. Der Renner sind übrigens Hauswurfsendungen mit Coupons, die im Umkreis des Betriebes oder der Filialen verteilt werden. Die Resonanz auf Kundenseite ist enorm, melden uns die Betriebe. Oft sind die beworbenen Produkte schnell ausverkauft.

back.intern.: Und was bewerben die Bäcker darauf?
Laukamp: Hauswurfsendungen eignen sich vor allem, um neue Produkte vorzustellen oder eine neue Filiale zu bewerben. Ich empfehle dabei keine Rabattaktionen zu machen, sondern dem Kunden etwas zusätzlich zu geben: Wer ein Brot kauft, bekommt zwei Brötchen dazu. Oder wer drei Berliner kauft, erhält zwei Quarkbällchen on top.

back.intern.: Mitarbeiter zu bekommen hat sich zum größten Problem der Backbranche entwickelt. Welche Rollen spielen Marken dabei?
Laukamp: Wenn ein Betrieb eine unverwechselbare Marke ist, spannende Produktkonzepte bietet und ein gutes Image hat, dann ist es leichter, Mitarbeiter zu finden. Darum werbe ich immer wieder dafür, Unternehmen unverwechselbar zu machen.

back.intern.: Wie begegnen Sie bei CSM dem Fachkräftemangel?
Laukamp: Wir selbst haben das Young Talent Program ins Leben gerufen, um einen völlig neuen Weg bei der Suche nach jungen Fachkräften zu gehen, und so Mitarbeiter zu finden, die perfekt zu uns passen und zu denen wir als Unternehmen ebenfalls perfekt passen.

back.intern.: Wir haben jetzt so viel über Jubiläen gesprochen. Sie selbst sollen ja kein so großer Freund von Jubiläumsfeiern sein.
Laukamp: Das ist richtig. Meine Geburtstage verbringe ich lieber im kleinen Kreis, wahrscheinlich, weil ich das ganze Jahr über viel unter Menschen bin. Aber bei unseren Marken-Jubiläen in diesem Jahr mache ich natürlich eine Ausnahme und freue mich auf viele Begegnungen mit unseren Geschäftspartnern.