Top-News

Wirbel um Kokosöl

Kokosöl ist Gift für den Menschen, sagt die Freiburger Professorin Karin Michels und sorgt damit für Wirbel auf Facebook, Twitter und Co.

 

„Kokosöl ist das reine Gift“ lautet die Kernbotschaft des Vortrages „Von Kokosöl und anderen Ernährungsirrtümer“ von Prof. Dr. Dr. Karin Michels von der Uniklinik Freiburg. Das Öl der Kokosnusss enthalte fast ausschließlich gesättigte Fettsäuren. Diese verstopften die Herzkranzgefäße und erhöhten somit das Risiko eines Herzinfarktes. Nicht nur der Vorlesungssaal war beim Vortrag der Ernährungswissenschaftlerin überraschend gut besucht. Der Vortrag wurde auch auf dem YouTube-Kanal des Klinikums veröffentlicht und sorgt im Internet nun seit Tagen für Wirbel und hitzige Diskussionen. Das Video wurde mittlerweile mehr als 1,3 Millionen Mal angeschaut und die Uni Freiburg erreichte eine E-Mailflut. Zahlreiche Medien griffen das Thema auf.

Die Aussage von Michels, Direktorin des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie des Universitätsklinikums Freiburg, klingt in  den Ohren vieler wie pure Ketzerei. Schließlich gehört Kokosöl zu den sogenannten Superfoods, die derzeit von der Werbung gehypt werden und beim gesundheitsbewussten Verbraucher hoch im Kurs liegen. Der Irrglaube, dass Kokosöl gut sei, habe sich auch wegen der „phänomenalen Werbung“ so weit verbreitet, sagt Michels. Es gäbe aber keine einzige Studie am Menschen, die irgendeine positive Wirkung zeige. Auch die amerikanische Herzgesellschaft empfehle seit kurzem, kein Kokosöl zu verzehren.

Wie gesund oder ungesund Kokosöl nun wirklich ist, können tatsächlich nur Langzeitstudien am Menschen klären. Bis die vorliegen kann es dauern. In der Zwischenzeit freut sich das Uniklinikum Freiburg über 8.000 neue Abonnenten auf seinem YouTube-Kanal und die Aktualität seines Vortragsprogrammes: „Wir freuen uns, dass wir Dank der sozialen Medien den Inhalt einer öffentlichen Veranstaltung so vielen Menschen zugänglich machen können“, sagt Benjamin Waschow, Leiter der Unternehmenskommunikation des Universitätsklinikums Freiburg. „Wir haben mit dem Thema wohl einen Nerv getroffen. Dass das Thema kontrovers diskutiert wird, nehmen wir als universitäre Einrichtung als Bereicherung wahr.“