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Brot älter als gedacht

Brot ist offenbar viel älter als bislang gedacht. Forscher haben jetzt im Nordosten Jordaniens verkohlte Spuren von 14.400 Jahre alten brotartigen Lebensmitteln gefunden. Bisher glaubte man, Brot sei erst mit dem Ackerbau etwa 4.000 Jahre später aufgekommen. Die Forscher der Universitäten Kopenhagen, London und Cambridge untersuchten 24 verkohlte Überreste und stellten fest: Das Volk der Natufier buk mit Einkorn und Strandbinsen brotartige Fladen. Ihre Erkenntnisse aus der Ausgrabungsstätte Shubayqa 1 präsentieren sie in der Fachzeitschrift PNAS.

Die elektronenmikroskopisch untersuchten Fragmente (siehe Foto) enthielten Spuren von Getreidekörnern, aber auch Wurzeln. „Sowohl die Getreide- als auch die Nicht-Getreide-Komponente scheinen gründlich gemahlen, gesiebt und ausgelesen worden zu sein“, schreiben die Wissenschaftler. Das könne man nicht nur an der Größe der Teilchen erkennen, sondern auch daran, dass keinerlei Spreu oder ganze Körner gefunden worden seien.

Den ganzen Bericht der Fachzeitschrift PNAS (englisch) lesen Sie hier.

Die Abbildung zeigt Aufnahmen mit einem Rasterelektronenmikroskop von Brotresten aus Ausgrabung Shubayqa 1 (A). Probe Nummer 6 zeigt die typische poröse Matrix von Brot mit kleinen geschlossenen Hohlräumen. (B) Detail einer Aleuronschicht aus der Probe Nummer 17 (mindestens einzellig). (C) Probe Nr. 12 mit Gefäßgewebe, der Pfeil markiert die Xylemgefäße im Längsschnitt.

Foto: Amaia Arranz-Otaegui für PNAS