Top-News

Wetter setzt Getreide zu

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) stellt in seiner aktuellen Ernteschätzung eine enttäuschende Prognose. Der Verband geht von einer Getreideernte in Höhe von 43,8 Millionen Tonnen aus. Das bereits unterdurchschnittliche Vorjahresergebnis von 45,5 Millionen Tonnen wird damit deutlich unterschritten. „Gründe dafür sind die hohen Temperaturen und fehlenden Niederschläge der vergangenen Wochen in weiten Teilen Deutschlands“, sagte DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers vor Journalisten in Berlin. Es könnte sogar passieren, dass sich eine Mähdrescherernte auf einzelnen Flächen nicht lohnen werde.

Während die Bestände im Westen und Süden des Landes in der Summe gut mit Niederschlägen versorgt seien, zeigten Felder im Norden und Nordosten des Landes teilweise deutliche Trockenschäden nachdem es mancherorts seit sechs Wochen keine nennenswerten Niederschläge mehr gegeben hat. Dies betrifft insbesondere die Gerste, die auf leichten Standorten bereits notreif werde. Sollte sich das Wetter der vergangenen Wochen fortsetzten, könnte die Ernte in den nördlicheren Bundesländern bereits zum Monatsende beginnen.

Die Weizenernte schätzt der DRV auf 22,9 Millionen Tonnen und damit deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 24,5 Millionen Tonnen. Bei Wintergerste rechnet der Verband aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse mit einer Erntemenge von 8,4 Millionen nach gut 9 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr. Der Roggen wird mit gut 2,7 Millionen Tonnen auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie im Vorjahr gesehen. Bei der Sommergerste wird mit einem Ergebnis von knapp 2,3 Millionen Tonnen gerechnet. Der deutliche Zuwachs im Vergleich zum vergangenen Jahr ist aber ausschließlich auf die erheblich angestiegene Anbaufläche zurückzuführen.

Foto: Fotolia/ Zeljka Radojka