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Unverhältnismäßig

Mit ihrem Beschluss zur Nährwertkennzeichnung hat sich die „Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz – Arbeitsgruppe Lebensmittel, Bedarfsgegenstände, Wein und Kosmetika“ (ALB) mit dem heutigen Tag gegen eine generelle Ausnahme für handwerklich hergestellte Lebensmittel ausgesprochen, meldet der Zentralverband des Deutschen Handwerks. „Wir fühlen uns durch den aktuellen Beschluss der ALB seitens der Politik mit weiteren bürokratischen Belastungen für unsere Betriebe unverhältnismäßig schwer gegängelt“, so Bäckerpräsident Michael Wippler. „Die Angabe von Nährwerten innerhalb enger Toleranzgrenzen ist für eine handwerklich produzierende Bäckerei schlicht nicht möglich. Daher können wir nicht nachvollziehen, warum die in der LMIV vorgesehenen Spielräume durch die Politik und die zuständigen Ministerien nun ignoriert werden.“

Laut EU-Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Lebensmittelinformationsverordnung – LMIV) müssen vorverpackte Lebensmittel seit dem 13.12.2016 eine Nährwertkennzeichnung tragen, Ausnahmen sollten unter anderem für „handwerklich hergestellte Lebensmittel“ gelten. Der ALB-Beschluss schränkt diese Ausnahmevorschrift für handwerklich hergestellte Lebensmittel jedoch in unnötiger Weise ein.

0„Wir haben das Signal aus Brüssel bekommen, dass man mit den Ausnahmen vor allem auch die handwerkliche Produktion vor unmöglichen Pflichtangaben schützen wollte“, sagt Daniel Schneider, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks. „Wir bewerten es zwar positiv, dass der Verkauf über Onlineshops nicht zwingend zur Angabe einer Nährwertdeklaration führt, dennoch stellt der nun vorgelegte Beschluss Hürden auf, die unnötig sind und dem europäischen Gesetzgebungswillen nicht gerecht werden. Wir hatten dies im Vorfeld mit dem Vorsitz der ALB besprochen und auf die Besonderheiten der handwerklichen Herstellung hingewiesen. Trotz der damals gezeigten Einsicht, wird die Situation unnötig erschwert; wir werden also weitere Gespräche mit den zuständigen Stellen führen müssen.“ Man könne nicht nachvollziehen, warum sich Deutschland nicht der österreichischen Handhabung anschließe, sämtliche in der Handwerksrolle eingetragenen Betriebe von der Verpflichtung zur Nährwertdeklaration zu befreien.