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Venezuelas Brotkrieg

„Heute kein Brot“ – dieses Schild hängt seit einigen Monaten an vielen Bäckereien in Venezuela. Die Regierung macht für die Versorgungslücke die Bäcker verantwortlich. Sie wirft ihnen vor, zuviel Mehl für die Produktion von Süßem zu verwenden. Die jüngste Regierungsanordnung verpflichtet die venezolanischen Bäcker nun 90 Prozent ihres Mehls zum Brotbacken zu verwenden. Ansonsten drohen drakonische Strafen, wie die „tageszeitung“ berichtet.

Venezuela produziert keinen Weizen und stützt sich auf Einfuhren aus dem Ausland. Das Land gehört zu den ärmsten Lateinamerikas. Präsident Nicolás Maduro gab bekannt, dass die 709 Bäckereien in der Hauptstadt Caracas zu überprüfen, um sicherzustellen, dass die neuen Regeln eingehalten werden, meldet das Onlineportal „latina-press“. „Wenn diese Spekulanten weiterhin das Brot vor dem Volk verbergen, werden sie die volle Härte/Wucht des Gesetzes zu spüren bekommen. Sie werden zahlen und ich schwöre, dass die Verantwortlichen für den Brotkrieg zur Rechenschaft gezogen werden“, so Maduro im staatlichen TV. Vizepräsident Tareck Zaidan El Aissami Maddah warnte zudem davor, dass „Bäckereien, die den Regeln nicht folgen, von der Regierung besetzt werden“.

Die Vereinigung der Brotfabrikanten sieht die Ursache für die Misere hingegen darin, dass nicht ausreichend Weizen importiert werde. So schätzt die Vereinigung der Müller (Fetraharina) die nötige Menge auf monatlich 120.000 Tonnen Weizen – importiert werde aber nur rund 30.000 Tonnen.

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