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Heterogene Getreideernte

Die Ernte ist in diesem Jahr sehr heterogen ausgefallen, wie der Verband Deutscher Mühlen meldet. Die Getreidequalitäten fallen von Nord-Osten nach Süd-Westen deutlich ab. In vielen Regionen wurde feucht geerntet. Für die Mühlen bedeute die große Heterogenität der Qualität einen erheblichen Aufwand bei der Bemusterung und Sortierung. Trotzdem sieht die Mühlenwirtschaft kein grundsätzliches Versorgungsproblem.

Das feuchte Frühjahr in Süddeutschland und langanhaltende Trockenheit im Nord-Osten sowie das unbeständige Wetter zur Ernte haben zu einer sehr differenzierten Ernte geführt, so der Verband Deutscher Mühlen. Können Landwirte und Müller vor allem in Norden und Osten mit Kornausbildung, Hektolitergewicht, Protein-Kleber-Verhältnis und Fallzahlen ganz zufrieden sein, ist im Süden und Westen viel Getreide mit niedrigen Fallzahlen und schlechten Hektoliter-Gewichten geerntet worden. Zum Teil kommt das Getreide sehr feucht vom Acker und muss durch Trocknung erst lager- und vermarktungsfähig gemacht werden.

Im Hinblick auf Fusarien und Mutterkorn geben die Müller Entwarnung: „Wir haben in diesem Jahr flächendeckend weder beim Roggen Probleme mit Mutterkorn noch beim Weizen mit Fusarien.“ Ein guter Teil der Ernte sei als völlig in Ordnung einzustufen.

Die aufwändige Bemusterung der Qualitäten jeder einzelnen Partie – über die üblichen Untersuchungen bei der Annahme in der Mühle hinaus – ist in diesem Jahr Pflicht. Dennoch ist die Mühlenwirtschaft zuversichtlich: „In Erntejahren wie diesen werden Kompetenzen und Leistungen der Mühlen besonders deutlich“, sagt Peter Harbeck, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Mühlen. „Die Mühlenkunden werden bei der Qualität des Mehles wenige Unterschiede zum Vorjahr bemerken.“ Mit ihrem Know-how gelinge es den Müllern kontinuierlich gute Mehl-Qualitäten für Backwirtschaft und Lebensmittelindustrie zu produzieren. Der Aufwand sei aber in diesem Jahr besonders hoch.