Südback 2026 : Positive Impulse für die Branche
Die Südback 2026 hat nach eigenen Angaben ihren Stellenwert als eine der bedeutendsten Fachmessen für das Bäcker- und Konditorenhandwerk eindrucksvoll bestätigt. An vier Messetagen hätte sich rund 550 Unternehmen auf 55.000 Bruttoquadratmetern in fünf Messehallen präsentiert. Gezeigt wurden Neuheiten aus den Bereichen Arbeits- und Betriebstechnik, Rohstoffe, Geschäftseinrichtung, Verkaufsförderung und Dienstleistungen. Mit mehr als 35.000 Fachbesuchern aus über 90 Ländern verzeichnete die Messe ein leichtes Besucherplus gegenüber der Südback 2024. Angereist waren die Besucher vor allem aus Österreich, der Schweiz, Polen, Italien und Tschechien. Vier von fünf Besuchern würden bereits heute planen, auch die südback 2028 besuchen zu wollen, so die Messeorganisatoren. „Die Marktlage in der Bäckerei- und Konditoreibranche ist deutlich positiver als die vorherrschende Stimmung“, sagte Stefan Lohnert, Geschäftsführer der Messe Stuttgart. Es sei der Messe auf allen Ebenen gelungen, die Zuversicht zu steigern und einen nachhaltigen Impuls für die Branche zu setzen.

Highlights aus dem Rahmenprogramm
Das Bäcker-Trend-Forum in der Alfred Kärcher Halle (Halle 8) rückte Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Produktentwicklung und Ausbildung in den Mittelpunkt. Stefan Körber, Hauptgeschäftsführer der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Südwest, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Messeverlauf. Für ihn war das Bäcker-Trend-Forum des Bäckerinnungsverbands Südwest das Highlight des Jahres 2026. Noch nie hätte sich die Bäckerfamilie so intensiv auf diesem Brennpunkt getroffen, wie in diesem Jahr. Betriebsinhaber informierten sich dort vier Tage lang über fachliche Themen, einschließlich Backvorführungen, die auch in der Schaubackstube von Gruppen aus Wels (Österreich) und Como (Italien) vorgeführt wurden.
Auch die Bäckerjugend kam bei der Azubi-Rallye mit 192 Teilteilnehmern, unterstützt vom Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerks, weder kulinarisch noch fachlich zu kurz. Intensiv genutzt wurden auch die vielfältigen Möglichkeiten zum Netzwerken. „Durch diesen intensiven Austausch konnte die Bäckerfamilie zuversichtlich und mit neuer Energie in das Restjahr 2026/27 starten. Wir vom Bäckerinnungsverband Südwest hatten nicht nur Kontakte zu unseren Mitgliedsunternehmen, sondern weit über Verbands- und Ländergrenzen hinaus. Dies war ausgeprägt zu spüren durch Besuchergruppen von außerhalb des Verbandskreises. Alle Angebote des Verbandes wurden hervorragend angenommen. Auf der Messe herrschte Zuversicht und Optimismus“, so das Resümee von Körber.
Messe mit Zukunft
Das Konditoren-Trend-Forum des Landesinnungsverbandes des Konditorenhandwerks Baden-Württemberg in Halle 7 widmete sich dem Außer-Haus-Geschäft, Snacks, Warenpräsentation und Schokolade. Der italienische Verband Conpait setzte mit Live-Demonstrationen und Verkostungen einen internationalen Akzent. Eine Talkrunde befasste sich mit den Erwartungen junger Menschen an ihre Ausbildung. „Wir waren zunächst etwas unsicher, ob wirklich viele Leute kommen. Und dann war die Halle plötzlich voll. Es war großartig zu sehen, wie groß das Interesse und die Neugierde sind. Das hat uns gezeigt: Die Südback hat auch in unruhigen Zeiten eine starke Zukunft“, sagt Klaus Vollmer, Landesinnungsmeister des Landesinnungsverbandes des Konditorenhandwerks Baden-Württemberg. „Wo sonst kann man sich so gut informieren wie auf einer Fachmesse? Es gibt aus allen Bereichen Interessantes und Neues, was Konditoreien benötigen – von energieeffizienteren Maschinen, über Unterstützung durch KI, bis hin zu neuen Produktideen.“
Breites Spektrum am Bäko-Stand
Die Bäko zeigte in der Paul-Horn-Halle (Halle 10) auf rund 2.100 Quadratmetern unter dem Motto „Mach es echt!“ Lösungen für das backende Handwerk. Highlights waren der neue Bäko-line Einfahr-Gärautomat EGA 1200 PLUS sowie die vernetzte Produktion mit Miwe navibake. Der Stand zeigte zudem italienische Spezialmehle, Kürbiskerne aus Österreich und pflanzenbasierte Konzepte. Trendforscherin Karin Tischer stellte täglich um 13 Uhr internationale Backwaren- und Ernährungstrends vor. Für den Messepartner Bäko sorgte die Messe für Optimismus und Begeisterung, wie Stefan Strehle, geschäftsführender Vorstand der Bäko-Zentrale, bestätigt: „Mit ihrer positiven und optimistischen Stimmung begeisterte die Südback 2026 sowohl die zahlreichen Besucher als auch die vielen ausstellenden Partner des backenden Handwerks. Diese erneut überaus sympathische Fachmesse bot eine Fülle wertvoller Fachinformationen und zukunftsweisender Inspirationen. Für uns als Bäko war sie die perfekte Plattform, einerseits unsere Rohstoffangebote, Innovationen und Dienstleistungen zu präsentieren und andererseits unsere Stärke im gemeinsamen Netzwerk der Branche als dynamische Schnittstelle einzusetzen. Mit der handwerklichen Kreativität der backenden Betriebe wird daraus im Dreiklang mit den Ausstellern die ideale Erfolgsrezeptur für die Zukunft des backenden Handwerks. Und jetzt heißt es: ‚Macht es echt!‘“

Gewinnerinnen und Gewinner des Südback Trend Awards 2026
Der südback Trend Award wurde 2026 zum 15. Mal vergeben, eingereicht wurden innovative Konzepte, technische Neuheiten und neue Produktdesigns. Die Fachjury lobte Lösungen, die „einen konkreten Mehrwert für das Bäcker- und Konditorenhandwerk schaffen“, so Juryvorsitzender Prof. Michael Kleinert. Die Preisverleihung fand am 24. Oktober während der Messeeröffnung statt. Gewinner sind in der Kategorie „Marketing, Verkauf und Organisation“ Ringoplast mit dem Mehrweg-Drehstapelbehälter AVENDO, in „Rohstoffe & Convenience“ die Bäko-Zentrale mit dem französischen Butter-Caramel sowie in „Technik“ die Bongard aus Frankreich mit der Spiral Evo Smart. Erstmals wurde zudem ein Sonderpreis „Digitale Lösungen“ an die Pentacode AG für ihre KI-Plattform Yna vergeben. Ringoplast gewann außerdem den Publikumspreis „Publikumsliebling“ und ist damit erstmals Doppelgewinner. „Wir freuen uns sehr, neben dem Trend Award auch den Publikumspreis gewonnen zu haben“, sagt Oliver Ende, Vertriebsleiter bei Ringoplast.

Carlo-Wildt-Pokal verliehen
Im Rahmen der Messe wurde zudem der 16. Carlo-Wildt-Pokal verliehen. Das Motto in diesem Jahr lautete „Magie des Handwerks“. Live vor Publikum war eine Kleintorte zum Motto zu dekorieren. Beim Wettbewerb für Auszubildende des zweiten und dritten Ausbildungsjahres standen handwerkliches Können, Kreativität und Freude am Beruf im Mittelpunkt. „Der Carlo-Wildt-Pokal ist eine tolle Chance für unsere jungen Leute, sich frühzeitig auf die Prüfung vorzubereiten, Mitstreiter zu treffen und zu sehen, wo sie stehen. Ich wünsche mir, dass noch mehr Betriebe ihre Azubis ermutigen, dabei zu sein. Wenn ein Betrieb dahintersteht und klar sagt: ‚Das gehört zu deiner Ausbildung‘, dann entstehen richtig starke Fachkräfte von morgen,“ ist Klaus Vollmer überzeugt.

