Zuversicht beim 1. Sauerteiggipfel

Zuversicht beim 1. Sauerteiggipfel

Am ersten Sauerteiggipfel im schweizerischen Russikon diskutierten Branchenfachleute anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Bäckerei Vuaillat über die Zukunft des Brotes. Vor zahlreichem Publikum herrschte Zuversicht – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen für das artisanale Bäckerhandwerk verbessern sich. Radiomoderator Dani Wüthrich stellte die zentrale Frage: Wie sieht unser Brot in 50 Jahren aus, und wie lässt sich das Bäckerhandwerk langfristig sichern? Auf dem Podium waren sich die Fachleute einig, dass Leidenschaft, Qualität und Genuss entscheidend sind. Ebenso wichtig seien engagierte Nachwuchskräfte, hochwertige Rohstoffe und eine Kundschaft, die den Wert handwerklich hergestellten Brotes anerkennt.

Lange Teigruhezeiten, Genuss und Enkeltauglichkeit
Sämi Steiner, Brotsommelier und Backstubenleiter bei Vuaillat, betonte die Bedeutung langer Teigruhezeiten für die Bekömmlichkeit des Brotes. Um die Zukunft des Handwerks zu sichern, müsse vor allem die junge Generation für Brot begeistert werden. Der deutsche Bäckermeister Moritz Metzler brachte die Voraussetzungen auf den Punkt: Es brauche Mitarbeitende, Rohstoffe und verständnisvolle Kundinnen und Kunden. Michael Kleinert von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ergänzte, Brot müsse Genuss bieten, seinen Preis wert und enkeltauglich sein. Claudia Vernocchi vom Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verband hob die Bedeutung von Produktqualität, Verkauf und Leidenschaft hervor. Peter Schumacher von Proback betonte zudem, wie wichtig engagierte Fachleute seien, die bereit sind, Betriebe zu übernehmen und die Branche weiterzuentwickeln.

Faire Rahmenbedingungen, sensibilisierte Kundschaft und innovative, qualitätsorientierte Betriebe
Gastgeber Martin Mayer, Inhaber der Bäckerei Vuaillat und Initiant des Gipfels, forderte faire Rahmenbedingungen, eine sensibilisierte Kundschaft sowie innovative, qualitätsorientierte Betriebe. Mit einem Brotmanifest will er diese Anliegen nachhaltig in die Öffentlichkeit tragen. Zum Abschluss zeigte sich Moderator Wüthrich angesichts der spürbaren Leidenschaft in der Branche zuversichtlich: Die Zukunft des Brotes hat gute Perspektiven, wenn Handwerk, Qualität und Wertschätzung zusammenkommen.