Engagement für klimaresilienten Kaffeeanbau
Der offizielle Projektstart des Schattenbaumprojekts des Kaffeerösters J.J. Darboven war im Jahr 2024. Eine Prognose von Fairtrade Deutschland, basierend auf einer Studie aus der Schweiz, besagt, dass bis 2050 bis zu 50 Prozent der Kaffeeanbauflächen durch den Klimawandel zerstört werden könnten. Das würde die Lebensgrundlage vieler Menschen bedrohen. „Das Projekt entsprang unserer tiefen Verbundenheit zu den Kaffeeursprungsländern“, sagt Philipp Guht, Vorstand Marketing und Vertrieb bei J.J. Darboven, in unserem Interview. „Wir sehen uns in der Verantwortung, aktiv auf die Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren. Genau hier möchten wir ansetzen: Mit dem Pflanzen von Schattenbäumen direkt auf den Kaffeefeldern schaffen wir konkrete Lösungen. Diese Bäume spenden lebenswichtigen Schatten für die fragilen Kaffeepflanzen, verbessern die Bodenqualität und können den Kaffeeanbauenden – je nach Baumart – zusätzliche Einkommensmöglichkeiten bieten.

Was ist das Besondere an Café Intención und warum verbinden Sie das Projekt damit?
Café Intención ist seit 1993 unsere Fairtrade-Pioniermarke. Von Beginn an standen für uns die Menschen im Ursprung im Mittelpunkt. Die Marke steht für fairen Kaffeegenuss, alle Produkte sind Fairtrade-zertifiziert, ein Großteil ist zusätzlich bio-zertifiziert. Als Pionier ruhen wir uns jedoch nicht aus – vielmehr sehen wir es als unsere Aufgabe an, gemeinsam mit unseren Konsumentinnen, Konsumenten und Gastronomiekunden den Wandel hin zu einem fairen, klimabewussten Kaffeekonsum aktiv mitzugestalten.
Welche Kaffeesorten gibt es unter der Marke Café Intención, die das Schattenbaumprojekt tragen?
Im Lebensmitteleinzelhandel unterstützen unsere Länderkaffees aus Peru und Honduras das Projekt. In der Gastronomie sind es der Espresso sowie der Café Crème aus unserer Produktreihe „Bio Gustoso“, die Teil des Schattenbaumprojekts sind.
Wie unterscheiden sich diese in Geschmack und Zusammensetzung?
Unsere Länderkaffees bestehen zu 100 Prozent aus Arabica-Bohnen. Der „Selección Peru“ überzeugt mit feinen Noten von roten Früchten und Schokolade. Der „Selección Honduras“ ist heller geröstet und zeichnet sich durch ein blumig-süßes, nussig-fruchtiges Profil aus. Für die Gastronomie haben wir mit unserer Bio-Gustoso-Reihe durch einen Arabica Robusta Blend ein kräftig-aromatisches Sortiment entwickelt: Der Espresso Bio Gustoso bietet einen vollmundigen Geschmack mit feinen Walnussnoten. Der Café Crème Bio Gustoso entfaltet durch unsere Langzeitröstung ein würziges Aroma mit schokoladigen Noten. Alle Produkte sind Fairtrade- und Bio-zertifiziert.
Ab welcher verkauften Menge spenden Sie einen Schattenbaum?
Unter dem Motto „1 Packung = 1 Schattenbaum“ pflanzen wir für jede verkaufte Packung der vier Aktionsprodukte einen Baum im Ursprungsland. Gemeinsam mit unseren Konsumenten, Konsumentinnen und Gastronomiekunden konnten wir so bereits 746.920 Schattenbäume ermöglichen (Stand April 2026).
Welche Baumarten werden ausgesucht und warum werden gerade diese?
Die Auswahl der Baumarten erfolgt gemeinsam mit den technischen Teams der Kooperativen sowie den Fairtrade-Produzentennetzwerken CLAC und NAPP. Grundlage sind fundierte Analysen der jeweiligen Schattensituation vor Ort. Dabei berücksichtigen wir Aspekte wie Biodiversität, ökologische Widerstandsfähigkeit, wirtschaftliche Faktoren, lokale Verfügbarkeit und die Bedürfnisse der Kaffeeanbauenden. Zu den bislang ausgewählten Baumarten zählen unter anderem Tornillo, Zeder, Lorbeer, Cedrillo, Kiefer, Erythrina, Grevillea, Inga, Mahagoni sowie Obstbäume wie Zitrusarten.


Sie unterstützen Kooperativen in Peru, Honduras und neuerdings auch in Indien. Wie entstehen diese Partnerschaften und wie werden sie gepflegt?
Unsere Partnerschaften entstehen in enger Zusammenarbeit mit Fairtrade Deutschland sowie den Fairtrade-Produzentennetzwerken CLAC und NAPP. Fairtrade Deutschland ermöglicht uns einen kontinuierlichen Austausch mit den Kooperativen. Der regelmäßige Dialog ist für uns essenziell, um das Projekt gemeinsam weiterzuentwickeln und langfristig erfolgreich umzusetzen. Darüber hinaus pflegt J.J. Darboven eigene, enge Verbindungen zu den teilnehmenden Kooperativen. So besuchten wir vor dem Start des Projektes die Kooperativen in Peru und Honduras und haben uns vor Ort direkt mit den Menschen ausgetauscht. Neben der herausragenden Gastfreundschaft, war es beeindruckend zu sehen, wie weit die Kooperativen beim Thema Nachhaltigkeit sind. Sie spüren die Auswirkungen des Klimawandels bereits wesentlich stärker als wir. Folglich mussten wir niemanden von dem Schattenbaumprojekt überzeugen – wir sind überall auf offene Türen gestoßen. Unterjährig halten wir per E-Mail Kontakt und führen Video-Konferenzen mit den Kooperativen durch.
Ab wann kommt der Café Intención „Indien“ auf den Markt?
Das ist eine schöne Produktidee, die wir momentan aber nicht in Planung haben. Seit Ende 2025 wurde das Projekt um die Kooperative Manarcadu Social Service Society (MASS) im indischen Bundesstaat Kerala erweitert. Die Kooperative liefert allerdings aktuell die Robusta-Bohnen für die Espresso-Spezialitäten von Café Intención.
Ist geplant, weitere Kooperativen in das Projekt mitaufzunehmen?
Das Schattenbaumprojekt erstreckt sich inzwischen über zwei Kontinente, drei Länder und sieben Kooperativen. Aktuell planen wir keine weitere Ausweitung, sondern konzentrieren uns darauf, die bestehenden Partnerschaften zu stärken.
Bäume benötigen Jahre, bis sie Schatten spenden – wann zeigt das Projekt Wirkung?
Je nach Baumart, Klima und Pflege dauert es unterschiedlich lange, bis die Bäume eine entsprechende Größe erreicht haben, um wirkungsvoll Schatten zu spenden. Viele Arten sind jedoch bereits nach drei bis fünf Jahren in der Lage, ausreichend Schatten zu spenden und damit spürbare Verbesserungen zu erzielen.
Spüren Sie angesichts steigender Preise eine Zögerlichkeit bei Kunden?
Wir freuen uns sehr über das große Interesse an unserem Schattenbaumprojekt und den bereits erzielten Impact. Gleichzeitig beobachten wir – wie viele andere auch – eine zunehmende Preissensibilität. Gerade im Bereich Fairtrade- und Bio-Kaffee zeigt sich eine gewisse Zurückhaltung im Konsumverhalten. Allerdings sind wir davon überzeugt, dass sich das mittelfristig auch wieder bessern wird.
Bieten Sie Unterstützung für Marketing und Markenplatzierung?
Ja, wir unterstützen unsere Kunden aktiv mit verschiedenen Werbemitteln – von klassischen Tischaufstellern und Plakaten bis hin zu modernem Bild- und Videomaterial für Kaffeemaschinendisplays. Darüber hinaus entwickeln wir individuelle Marketingmaßnahmen und stehen beratend zur Seite.
Warum entscheiden sich Bäckereien für Café Intención?
Viele unserer Kunden teilen unseren nachhaltigen Anspruch und entscheiden sich bewusst für Café Intención. Neben der hohen Produktqualität sind es vor allem unsere Werte, die überzeugen und häufig sehr gut mit dem Selbstverständnis unserer Partner harmonieren.
