Neuaufstellung
Der Verein Die Freien Bäcker stellt sich 15 Jahre nach seiner Gründung personell und strategisch neu auf. Der unabhängige Berufsverband handwerklich arbeitender Bäckereien und Konditoreien, der sich seit Jahren als Gegenentwurf zu industrialisierten Produktionsstrukturen versteht, hat auf seiner Frühjahrstagung in Würzburg einen neuen Vorstand gewählt und zugleich einen Wechsel in der Geschäftsführung vollzogen. Zum neuen Vorstandsvorsitzenden wurde Nico Schneller gewählt.
Der Bäckermeister gilt mit seinem Betrieb „Brotzeit“ in Oberhaching als Vertreter einer jungen Generation handwerklicher Bäcker, die auf regionale Rohstoffe, ökologische Landwirtschaft und transparente Herstellungsprozesse setzt. Unterstützt wird er von Marlene Panten als zweite Vorsitzende. Panten engagiert sich seit Jahren für Ausbildungsfragen und war bereits zuvor im erweiterten Vorstand aktiv. Dem erweiterten Vorstand gehören künftig zudem Anja Rackette, Heinrich Beck, Jörg Meffert sowie Michael Betzinger an.
Anne Sambraks wird neue Geschäftsführerin
Parallel dazu erfolgt ein Wechsel in der Geschäftsführung. Die langjährige Vorsitzende und Geschäftsführerin Anke Kähler wechselt zur Atelier Ernährungswende, Denk- und Entwicklungsplattform des Vereins. Dort sollen künftig Konzepte für ein nachhaltigeres Ernährungssystem entwickelt und erprobt werden. Ihre Nachfolge übernimmt Anne Skambraks. Die Umweltingenieurin war zuletzt beim Deutschen Naturschutzring tätig und koordinierte unter anderem das Bündnis „Wir haben es satt!“. Mit ihrer Berufung rückt die Organisation ökologische und gesellschaftspolitische Themen noch stärker in den Mittelpunkt.
Kein klassischer Branchenverband
Die Freien Bäcker wurden 2011 in Hannover gegründet und verstehen sich bewusst nicht als klassischer Branchenverband. Im Zentrum steht weniger die Interessenvertretung gegenüber Politik und Behörden als die Frage, wie sich handwerkliches Backen langfristig unabhängig und glaubwürdig erhalten lässt. Der Verein positioniert sich deutlich gegen industrielle Vorprodukte, technische Enzyme, Backmischungen und standardisierte Tiefkühlprozesse. Stattdessen propagieren die Mitglieder lange Teigführungen, eigene Rezepturen, regionale Rohstoffe und möglichst transparente Herstellungsweisen.
2024 hat der Verein das „Gütesiegel Freies Backhandwerk“ eingeführt. Es soll Verbrauchern Orientierung bieten und zertifiziert Betriebe, die nach festgelegten handwerklichen Kriterien arbeiten. Dazu zählt unter anderem der Verzicht auf technische Enzyme, industrielle Vormischungen und Convenience-Produkte. Kontrolliert werde das Siegel durch unabhängige Prüfungen.
Foto: Die Freien Bäcker

