Wenn Kühlschränke plötzlich heizen

Wenn Kühlschränke plötzlich heizen

In mehreren europäischen Ländern, darunter Belgien, Schweden, Luxemburg und Estland, haben Hacker mit Cyberattacken die Kühltechnik von Supermärkte angegriffen und heizten die Kühlregale hoch. Nun sind nach Medienberichten offenbar auch Märkte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern ins Visier geraten. In Bayern meldete ein Edeka-Markt, seine Kühlanlagen seien von Hackern auf bis zu 50 Grad hochgeheizt worden. „Unmengen an Lebensmitteln mussten in die Tonne“, schrieb die Marktleitung bei Facebook. In Niedersachsen wurde die Kühlkette eines Supermarkts bei Bremen zeitweise lahmgelegt. „Wir mussten Waren im Wert von über 360.000 Euro wegwerfen“, sagte der Inhaber gegenüber „ZDF heute“.

In dem Supermarkt seien in der Nacht zu Montag Bedientheken, Kühlhäuser und Tiefkühltruhen ausgefallen. Die Anlagen heizten sich demnach auf 30 Grad auf, berichtet das „ZDF“. Berichten zufolge werde aus der Ferne das Abtausystem der Kühlanlagen gestartet – sie heizen sich so auf. Foodsharing habe kurzfristig alles abgeholt, was noch irgendwie zu retten war, teilte der Edeka-Markt in Bayern mit. Doch ein Großteil der Ware habe entsorgt werden müssen.

Fernsteuerung ist vielerorts üblich
Dass die Kühlungen mit dem Internet verbunden sind, ist gerade bei größeren Märkten längst üblich, berichtet „BR24“. Normalerweise helfe gerade das, Lebensmittelverschwendung zu verhindern. Die Kühlanlagen würden rund um die Uhr überwacht.

Sorge bei der EU-Kommission
Die EU-Kommission habe die Hackerangriffe auf Kühlanlagen in Supermärkten unterdessen mit großer Sorge verfolgt, berichtet „t-online.de“ weiter. EU-Agrarkommissar Christophe Hansen sprach von einem „bewussten Versuch, unsere Lebensmittelkette zu unterbrechen und das Vertrauen der Verbraucher in sie zu untergraben“. Die Angriffe würden „sehr ernst“ genommen.

BSI hat vor Angriffen auf Kühlsysteme in Supermärkten gewarnt
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) habe Mitte Oktober bereits vor Angriffen auf „Anlagen, etwa zur Kühlung von Lebensmitteln, Erzeugung von Strom und anderen Anwendungszwecken“ gewarnt, berichtet „t-online.de“. Derartige Einfallstore würden regelrecht zu Sabotage einladen, sagte BSI-Präsidentin Claudia Plattner. Deshalb fordere das BSI „die Betreiber solcher Anlagen eindringlich auf, ihre Systeme sicher zu betreiben“. Wie das geht, hat das BSI in der Cybersicherheitsempfehlung BSI-CS 154 zusammengefasst, die auf den Seiten der Behörde heruntergeladen werden kann.

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