Kamps hilft Aryzta beim Kurswechsel

Kamps hilft Aryzta beim Kurswechsel

Heiner Kamps (Foto) schiebt seine Ruhestandspläne um ein paar Jahre auf: Als Aufsichtsrat will er dem finanziell angeschlagenen Tiefkühlbackwarenunternehmen Aryzta helfen, wieder auf Kurs zu kommen. Im Gespräch mit dem Magazin Wirtschaftswoche kündigte Kamps an, er wolle noch einmal dabei helfen, alles aus einem Unternehmen herauszuholen. Das schweizerisch-irische Unternehmen Aryzta sei vielleicht „sein letztes großes Ding“.

Aufgrund von finanziell unglücklichen Übernahmen in der Vergangenheit und einem Umsatzrückgang von rund 13 Prozent im Pandemiejahr 2020 entschied sich der Verwaltungsrat, angeführt von Ex-Hiestand-Chef Urs Jordi, zu Umstrukturierungen: Die Sandwich-Sparte wird zum 1. August 2021 an die Bell-Tochter Hilcona verkauft. Das Nordamerikageschäft, das mehr als 40 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, wurde Anfang Mai 2021 für 700 Millionen Euro an Lindsay Goldberg LLC. verkauft. Einige Manager mussten ihre Posten räumen, eine Zweitnotiz an der Dubliner Börse wurde beendet. Auf diese Weise habe man schnell Kosten in zweistelliger Millionenhöhe abbauen können, sagte Kamps der Wirtschaftswoche. Die Börsianer finden die Umstrukturierungen offenbar gut, denn seit November 2020 ist der Kurs um 75 Prozent gestiegen.

Der Fokus von Aryzta liege nun auf Asien und Europa, und hier vor allem auf Deutschland. Man wolle zeigen, dass Aryzta wieder da sei, so Kamps. Ein erstes Ziel für Zukäufe sei der Kräuter- und Laugenbaguettehersteller Coolback aus Brandenburg mit 113 Millionen Euro Umsatz. Persönlich freue sich Kamps über die Beschäftigung und rechnet damit, je nach Gesundheit noch drei bis fünf Jahre an der Neuorientierung mitzuwirken. „Ich bin einfach mit Herzblut Unternehmer“, sagteKamps der Wirtschaftswoche.

Foto: © Akademie Deutsches Bäckerhandwerk 2017