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Bonpflicht, ja bitte!

Das Team der Bäckerei Domberger Brot-Werk mit Florian Domberger (3. v. l.). Foto: Marianne Rennella

 

Die Berliner Bäckerei Domberger Brot-Werk hat diese Woche eine bemerkenswerte Aktion laufen: eine Bonmitnahmebelohnungsschusterjungeninitiative. Jeder, der seinen Bon mitnimmt, bekommt ein Schusterjungen-Brötchen geschenkt. „Ich will, dass die Kunden die Bons mitnehmen, damit der Kassenzettel an Bedeutung gewinnt und so Schwarzgeldgenerierung unterbunden wird“, sagt Bäcker und Geschäftsführer Florian Domberger. Das finde er gut und richtig.

Der derzeitige Protest gegen die Bonpflicht sei ihm unverständlich. In Bezug auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz wäre es doch wichtiger, man würde weniger Tüten ausgeben und an wiederverwendbare Verpackungen arbeiten, findet er. Das Argument Umweltschutz laufe für ihn sowieso ins Leere. Angesichts der Bonplicht habe man im Januar auf eine umweltgerechte Variante der Firma Oekobon in Aindling umgestellt. „Zwar sind die Ökobons wesentlich teurer als die Bons von unserem vorherigen Hersteller, aber wir haben fürwahr wesentlich größere Posten zu bezahlen. Und es ist die richtige Entscheidung“, so Domberger.

 

 

Zum Abschluss seiner Wortmeldung kommt Domberger noch auf die Ausbildung in Deutschland zu sprechen: „Eventuell wäre es für das Bäckerhandwerk langfristig zielführender, wenn man die Energie endlich in die Verbesserung der teilweise grottenschlechten Ausbildung stecken würde. Das könnte dann sogar Spaß machen.“ Das Thema Bäckerberuf und Meisterpflicht hat Domberger übrigens auch einmal mit dem Inforadio rbb unterhaltsam erörtert.