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Schoko und Klima

Keine Kaffeefahrt, sondern eine Schokofahrt machen die Initiatoren der Aktion Schokofahrt, wenn sie nach Amsterdam radeln und dort klimafreundlich Schokolade abholen. Foto: Schokofahrt

 

Rund 250 Fahrradfahrende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz machten sich Anfang Oktober auf den Weg nach Amsterdam, um von den Chocolatemakers Schokolade abzuholen. Warum so umständlich? Warum die Schokolade nicht einfach im nächsten Laden kaufen? Weil es sich bei der Schokolade um eine Besondere handelt: biologisch angebaut, fair gehandelt und 100 Prozent emissionsfrei transportiert. Jetzt im Oktober startete die sechste Schokofahrt mit mehr als 200 Radlern. Sie holten 2,5 Tonnen Schokolade in Amsterdam ab und brachten die 24.000 Tafeln in über 50 Städte und Regionen.

Die Kakaobohnen für die Schokolade stammen aus dem Fairtrade-Anbau und wurden mit dem Lastensegler Tres Hombres aus der Karibik nach Amsterdam verschifft – also ohne Flugzeug, Motoren, CO2, nur mit Windkraft. „Da wollten wir das letzte Stück des Weges auch emissionsfrei, per Muskelkraft und Pedale, zurücklegen“, erzählt Jens Kürsten, Schokofahrer der ersten Stunde über die Entstehung der Initiative. „Bei unserer ersten Tour, Ostern 2017, waren wir noch vier Freunde aus Münster“, erinnert sich Kürsten, mittlerweile Schokofahrer für seine Brandenburgische Heimat. Mit drei Lastenrädern fuhren die vier Freunde damals nach Amsterdam zur niederländische Manufaktur Chocolatemakers, um die Tafeln abzuholen. Die Idee der Schokofahrt weckte so viel Begeisterung, dass sich immer mehr auf den Weg nach Amsterdam gemacht haben.

 

 

Nicht jede, nicht jeder kann wie Klimastreikerin Greta Thunberg mit einer Segelyacht klimaneutral nach New York zur Weltklimakonferenz reisen – aber jeder Mensch mit Fahrrad kann bei der Schokofahrt mitmachen und dabei die Möglichkeiten von klimafreundlichem Transport und Mobilität erfahren – so das Motto der Aktion Schokofahrt. Es geht dabei um Themen wie emissionsfreien Transport, nachhaltige Mobilität, bewussten Genuss und gute, saubere und faire Lebensmittel.

Eine Erfolgszutat der Schokofahrt sei, dass sie dezentral von kleinen Gruppen organisiert werde und in jeder mitmachen könne. „Es ist insgesamt ein kleiner Beitrag, aber es macht mich stolz“, sagt Schokofahrerin Tinka Dittrich aus Hildesheim. „Und vor allem macht es unheimlich viel Spaß, gerade weil wir gemeinsam Gutes bewegen. Herausforderungen wie der Klimawandel oder eine notwendige Verkehrs- und Agrarwende wirken oft übergroß, weit weg und kaum kontrollierbar. Hier werden wir im Kleinen tätig, gleich vor unserer Haustür.“ Genau dieses Erlebnis, gemeinsam etwas bewirken zu können, will die Schokofahrt bei den Mitfahrenden erzeugen. Dabei wird ausdrücklich kein Profit-Ziel verfolgt. Und die Nachahmung mit ähnlichen Ideen und Produkten ist ausdrücklich erwünscht. Welche Wirkungen genau die Fahrt bei Beteiligten und Interessierten entfaltet wird zurzeit in einer Studie untersucht.

Mehr zur Aktion Schokofahrt und zu Verkaufsstellen gibt es hier.