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Ohne Bienen kein Essen

Glückkekse auf der Slow Food Messe in Stuttgart: Große Unterstützung für Volksbegehren für die Kampagne „Rettet die Bienen“ Foto: Messe Stuttgart

 

Die Bayern haben es erfolgreich vorgemacht, jetzt werden auch die Artenschützer in Baden-Württemberg in Sachen Volksbegehren aktiv. Auf einer Expertenrunde zum Thema „Artenvielfalt im Garten“ im Rahmen der Stuttgarter Frühjahrsmessen, zu denen auch der Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe – gehört, gab David Gerstmeier, Imkermeister im Demeter-Betrieb Summtgart, bekannt, dass die Kampagne „Rettet die Bienen“ bereits in den Startblöcken stehe. Los gehe es mit der Auftaktveranstaltung am Sonntag, 19. Mai, in Stuttgart, bei der die ersten Unterschriften für das Volksbegehren gesammelt würden. „Wir treffen uns passenderweise auf dem begrünten Dach des Züblin-Parkhauses im Leonhardsviertel, wo auf dem oberen Deck seit einigen Jahren Hochbeete stehen, quasi ein Vorzeigeprojekt für Urban Gardening“, sagte Gerstmeier. Auch das Datum sei kein Zufall. „Am 20. Mai findet der Welt-Bienen-Tag statt, den die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) ausgerufen hat.“

Die Bedeutung von Bienen als Bestäuber für Biodiversität und Ernährungssicherheit sei elementar für die Menschheit und mit dem „World Bee Day“ unterstreiche die Weltgemeinschaft die Erkenntnis, dass die weltweite Bienenpopulation immer stärker zurückgehe und dass diese dringend geschützt werden müsse.

Breite Basis unterstützt Kampagne

Imkermeister Gerstmeier ist nicht allein. „Das Volksbegehren steht auf vielen Beinen, darunter als erster Unterstützer der Bioanbau-Verband Demeter mit circa 500 landwirtschaftlichen Betrieben in Baden-Württemberg.“ Inzwischen hätten sich rund 50 Initiativen der Kampagne angeschlossen, darunter der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie Slow Food Deutschland. Mit dem Volksbegehren soll eine Erweiterung der Lebensräume und mehr Blühangebote sowie eine Reduzierung von Pestiziden für ein artenreiches Baden-Württemberg geschaffen werden. „Wir brauchen einen Wandel in der Landwirtschaft“, betonte Gerstmeier, „unsere Bauern, die auf Qualität setzen, die Artenvielfalt und gute Böden erhalten, müssen endlich gestärkt werden.“

Und die Kampagne „Rettet die Bienen“ erhält Unterstützung auf höchster Ebene. „Diese Herausforderungen betreffen die ganze Welt, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität“, sagt Dejan Židan, Landwirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident von Slowenien. Dazu gehörten das Bereitstellen einer nachhaltigen und ausreichenden Nahrungsmittelproduktion, die Anpassung an den Klimawandel, das Verringern der natürlichen Ressourcen wie Ackerland und Wasserversorgung sowie starke Preisschwankungen bei landwirtschaftlichen Rohstoffen. Das Land hatte den Antrag zum „Welt-Bienen-Tag“ auf Initiative des Slowenischen Imkerbundes in die UN eingebracht. Dem Antrag haben sich mittlerweile 115 Länder, darunter alle EU-Länder, Brasilien, China, Russland, und die USA angeschlossen.

Wie geht es in Baden-Württemberg weiter? „Für das erste Quorum benötigen wir 10.000 Unterschriften“, erklärt der Stuttgarter Tierwirt und Imker, die dann beim Innenministerium zur Prüfung abgegeben würden. Danach „haben wir weitere sechs Monate Zeit, um die notwendigen 700.000 Unterschriften für das Volksbegehren zu sammeln“. Und dass sie diese zusammenbekämen, ist sich Gerstmeier absolut sicher.

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