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Neue Partner für Bäcker

Kommunen mit selbstorganisierten Geschäften à la Tante Emma werden neue Abnehmer für Bäckereien. Foto: fotolia

 

Mit den veränderten Kauf- und Essgewohnheiten hat sich in den vergangenen zehn Jahren die Lage für Handwerksbetriebe deutlich gewandelt. Das belegt einmal mehr die aktuelle Statistik des Bundeswirtschaftsministeriums, wie die Lübecker Nachrichten berichten. Demnach ist die Anzahl von Bäckereien und Fleischereien weiter gesunken. Die Zahl der Konditoreien und Brauereien ist hingegen gewachsen. „Ein deutschlandweiter Trend“, bestätigte Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck, gegenüber der Zeitung. Jörg Bülow vom Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag (SHGT) sieht im Hinblick auf den Betriebsrückgang im ländlichen Raum, eine wachsende Rolle der Kommunen.

In der Bundesrepublik ist Zahl der Bäckereibetriebe in den Jahren 2008 bis 2017 von 15 337 um fast 22 Prozent auf 12 003 gesunken, so die aktuelle Statistik des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Zahl der Fleischer sank von 18 320 um 26 Prozent auf 13 490. Die Zahl der Konditoreien stieg leicht von 3054 auf 3151. Die Zahl der Brauereien von 773 auf 1055.

Damit sei hoffentlich die Talsohle bei der Anzahl der produzierenden Betriebe bei den Bäckereien erreicht, so Schleswig-Holsteins Landesinnungsmeisterin Maren Andresen. „Bäckereien haben im Durchschnitt 24 Mitarbeiter. Das ist im Vergleich zu anderen Handwerksgewerken eine recht hohe Mitarbeiterzahl“, ist Andresen positiv gestimmt. Hier liege aber auch eine der großen Herausforderungen für die Betriebe.

Jörg Bülow, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Schleswig-Holsteinischer Gemeindetag (SHGT), sieht in der Veränderung der Branchen und dem Rückzug aus dem ländlichen Raum, neue Aufgaben für die Gemeinden, um die Entwicklung aufzufangen. In Schleswig-Holstein seien die „Markt-Treffs“ ein gutes Beispiel für diese Entwicklung. „Die Kommunen übernehmen Verantwortung, rüsten ein bestehendes Gebäude um und organisieren gemeinsam mit Privatleuten das Geschäft“, erklärte Bülow gegenüber den Lübecker Nachrichten. Meist sei es eine Kombination aus Lebensmitteleinzelhandel und Dienstleistung. Dafür gebe es Fördermittel vom Land. „Die Betreiber sind dann ja gleichzeitig wieder Abnehmer für Bäcker und Fleischer in der Region“, betonte Bülow.