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Steigendes Lohnniveau

Ab 1. Januar 2019 steigt der Mindestlohn im ersten Schritt auf 9,35 Euro/ Stunde. Foto: Fotolia/ Stockfotos MG

 

Der gesetzliche Mindestlohn wird nach Beschluss des Bundeskabinettes ab 2019 in zwei Stufen steigen. Zum 1. Januar 2019 erhöht er sich von bislang 8,84 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde. Ein Jahr später ab 1. Januar 2020 steigt der Mindestlohn um weitere 16 Cent auf 9,35 Euro. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) plädiert sogar für einen Mindestlohn von 12 Euro/ Stunde. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Dehoga zeigte sich irritiert und prognostiziert, dass die Betriebe die Kosten nicht alleine tragen können. Der Kommentar vom Zentralverband lautet ähnlich skeptisch. „Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks sieht die vom Bundeskabinett beschlossene Anpassung des Mindestlohns kritisch“, kommentiert Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider. Die nun beschlossene Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns werde in vielen Regionen und Wirtschaftsbereichen zu Belastungen führen und zum Teil einen Anpassungsdruck auf betroffene Betriebe und Tarifvertragsparteien mit sich bringen. „Die Festlegung von gesetzlichen Mindestlöhnen ist und bleibt ein Eingriff in die grundgesetzlich geschützte Tarifautonomie, den wir ablehnen.“

Finanzminister Scholz rät den Unternehmen in der Debatte, nicht am Lohn zu sparen. In der Backbranche liegen die Einstiegsgehälter von Fachkräften teilweise kaum höher, als der gesetzliche Mindestlohn. Wer aber gute und engagierte Mitarbeiter für seinen Betrieb finden will, muss den Mindestlohn spürbar überschreiten. Erfahrene Mitarbeiter sollten nochmals deutlich darüber liegen. Damit schiebt eine Erhöhung des Mindestlohnes das gesamte Lohnniveau in der Branche nach oben.

Bundesweit dürfte die Erhöhung etwa zwei Millionen Menschen oder mehr betreffen, so das Wochenmagazin Spiegel. Laut Statistischem Bundesamt erhielten im April 2018 knapp 1,4 Millionen Beschäftigte den derzeitigen gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro. Deutschland liegt nach Angaben des Magazins mit der Mindestlohnhöhe im europäischen Vergleich im oberen Drittel. Anfang 2018 seien die Mindestlöhne nach einer Übersicht des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der EU nur in Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden, Irland und Belgien höher.