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Pfeife oder nicht?

Müssen sie bald ohne Pfeife sein: Der traditionelle Stutenkerl, mancherorts auch Weckmann genannt, mit seiner Pfeife aus Ton. Foto: Fotolia

 

Bei der Preisübergabe des „Großen Stutenkerls“ an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte der Gebäckkerl seine dekorative Tonpfeife noch bei sich. Das westfälisch-lippische Bäckerhandwerk würdigte mit dieser Auszeichnung die handwerks- und mittelstandfreundliche Politik des CDU-Politikers, die zum Abbau von bürokratischen Hemmnissen beitrage, so Landesinnungsmeister Heribert Kamm bei der Preisübergabe. Einen Abbau der Verleitung zum Rauchen wünschen sich hingegen einige Eltern und fordern von ihrem Bäcker das traditionelle Gebäck zum Martinstag und zur Adventszeit ab sofort ohne Ton-Pfeifchen herzustellen.

„Manche Eltern denken, dass das für ihre Kinder eine Anleitung zum Rauchen sei“, sagte Bäckermeister Andreas Schomaker aus Neukirchen-Vluyn gegenüber der Neuen Ruhr Zeitung (NRZ). Daher würde immer öfter nach Stutenkerlen ohne Pfeife gefragt. Das bestätigt auch Bäcker Johannes Gerhards aus Kamp-Lintford. Fällt die jahrhundertealte Tradition des Tonpfeifchens am Stutenkerl nun besorgten Eltern zum Opfer? Ebenso wie einige Figuren in Märchen und Liedern?

Wie die Pfeife zum Kerl kam

Wohl eher durch Zufall. Ursprünglich sollte der Stutenkerl wohl einen Bischof mit Krummstab darstellen – den heiligen Martin oder den Nikolaus. Bäckermeister Thomas Puppe erzählte der NRZ die Legende: „Im 18. Jahrhundert gab es einen Bäcker, dem die kleinen Stäbe ausgingen. Er ging nebenan in den Tabakladen und stellte fest, dass die kleinen Pfeifen, wenn man sie verkehrt herum hält, fast genauso aussehen wie ein Bischofsstab. So kamen die Tonpfeifen auf das Gebäck.“