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Appell gegen Abschiebung

Integrierte Geflüchtete mit Job sollen bleiben können, fordert Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. (Foto: fotolia Daniel Ernst)

 

Der Fachkräftemangel betrifft alle Branchen – auch das Bäckerhandwerk. Einige Bäckereien haben in den vergangenen Monaten mit Gefüchteten und Asylbewerbern zusammengearbeitet, manche stießen an gesetzliche Grenzen und andere Probleme mit dem Aufenthaltstitel der Flüchtlinge. Dazu hat sich jetzt Arbeitsgeberpräsident Ingo Kramer im Rahmen des Gipfeltreffens der Bundeskanzlerin mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften geäußert. Er forderte, beruflich integrierte Asylbewerber nicht mehr abzuschieben. Es gäbe bereits heute schon mehrere gesetzlich geregelte Möglichkeiten, zunächst eine Duldung oder eine befristete Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen und nach fünf Jahren beruflicher Integration eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. „Doch häufig wissen weder die Betroffenen noch die Betriebe über diese gesetzlichen Regelungen Bescheid.

Kramer wies im Interview mit der Zeitung „Die Welt“ darauf hin, dass wenn nicht rechtzeitig ein Antrag auf dauerhafte Aufenthaltserlaubnis gestellt wurde und die Ausländerbehörde eine Ausreiseaufforderung zugestellt hätte, diese Entscheidung umumkehrbar sei. „Um solche unsinnigen Abschiebungen von gut integrierten Arbeitskräften zu verhindern, appeliere ich deshalb an die Leitung jeder Ausländerbehörde, dafür zu sorgen, dass in jedem Einzelfall, wo Duldungen entzogen und Abschiebungen angeordnet werden sollen, zuvor geklärt wird, ob es sich um gut integrierte Beschäftigte handelt, die einen Aufenthaltstitel beantragen können“, sagte Kramer im Welt-Interview. So würden am besten Verunsicherungen und Phantomdiskussionen über neue Regelungen verhindert. Das ganze Interview können Sie hier nachlesen.