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Refugees als Fachkräfte

Eigentlich hat Thomas Polz alles richtig gemacht. Und doch kam alles anders. Vor einem Jahr stellte der Bäckermeister aus Ampermoching den Nigerianer Promise Ali ein. Seine Arbeitserlaubnis läuft bis 2019. Nun musste der 23-Jährige seine Arbeit niederlegen und kann gemäß des Dubliner Abkommens jederzeit nach Bulgarien abgeschoben werden, wie die Süddeutsche berichtet. Für den Bäckermeister ist das ein Paradox. Er bat die Bäckerinnung, die IHK und die Politik um Hilfe.

Wie viele Bäcker findet Polz kaum noch Fachkräfte für seinen Betrieb. Mit seine Biobäckerei versorgt er die eigenen Filialen im Landkreis sowie Bioläden, Reformhäuser in München und Nachbarlandkreisen. Er sei froh, den jungen Nigerianer angelernt zu haben, er sei sehr tüchtig und er würde ihn gerne weiter anstellen, sagte der Biobäcker im Zeitungsinterview. Ali lebe in Deutschland von seinem eigenen Verdienst, ohne jede Sozialleistungen. In Bulgarien dagegen hat er darauf kaum Aussicht.

Die Bundestagsabgeordnete Gerda Hasselfeldt hat sich auf Anfrage von Polz dem Fall angenommen, macht aber wenig Hoffnung. „Es ist ein eindeutiger Dublin-Fall.“ Soll heißen, die Wahrscheinlichkeit dass Ali nach Bulgarien muss, ist groß. Auch die Landesinnung ermutigt Polz und seine Kollegen und sagte gegenüber der Süddeutschen: „Wir empfehlen unseren bayerischen Bäckereien, Flüchtlinge und Migranten als mögliche Auszubildende und Mitarbeiter im Blick zu haben und sich nicht von den Herausforderungen abschrecken zu lassen“, so LIV-Geschäftsführer Christopher Kruse. Gerade das Bäckerhandwerk sei gerne bereit, seinen Teil zur Integration oder zumindest zeitweiligen Aufnahme von Flüchtlingen zu leisten. „In unserem Handwerk zählt nicht, wo man herkommt, ob aus Neuperlach oder Kundus, sondern wo man hin will.“

In der back.intern. 06/17 haben wir für Sie weitere Informationen zum Thema Flüchtlinge im Handwerk zusammengestellt.

Foto: Promise Ali bei der Biobäckerei Polz in Ampermoching.
Quelle: Toni Heigl/ Süddeutsche Zeitung

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