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Brotspenden ohne Steuer

Im Jahr 2012 musste Bäcker Roland Ermer aus Bernsdorf für seine Brot- und Gebäckspenden an die Tafel Umsatzsteuer in Höhe von 5.000 Euro nachzahlen. Denn Sachspenden an gemeinnützige Organisationen unterliegen der Umsatzsteuer. Mittlerweile hat das Bundesfinanzministerium für Klarheit gesorgt und der umsatzsteuerfreien Spendenbereitschaft der Bäcker steht nichts mehr im Wege.

Details nennt Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider vom Zentralverband des Detschen Bäckerhandwerks:

Lebensmittel- und sonstige Sachspenden aus einem Unternehmen an gemeinnützige Organisationen unterliegen dem Grunde nach als unentgeltliche Wertabgaben der Umsatzbesteuerung, sofern die Gegenstände zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt haben (§ 3 Abs.1 b Nr. 1 UStG). Diese Regelung beruht auf EU-rechtlichen Vorgaben.

Aufgrund des besonderen gesellschafts- und sozialpolitischen Aspekts bei Lebensmittelspenden hat das Bundesfinanzministerium im Jahre 2012 zusammen mit den obersten Finanzbehörden der Länder eine Billigkeitsregelung für die umsatzsteuerliche Behandlung von Lebensmittelspenden an gemeinnützige Organisationen beschlossen: Danach wird es nicht beanstandet, wenn bei der unentgeltlichen Abgabe von Lebensmitteln kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums oder der Verkaufsfähigkeit als Frischware von einer Umsatzbesteuerung abgesehen wird. Der Wert der entnommenen Lebensmittel (§ 10 Abs. 4 S. 1 Nr. 1 UStG) wird in diesen Fällen mit 0 Euro angesetzt. Voraussetzung ist, dass die Abgabe aus mildtätigen Gründen erfolgt und hierfür keine Spendenbescheinigung ausgestellt wird. Dies hatte das Bundesministerium damals mit Schreiben vom 27.11. an unseren Verband mitgeteilt.

 

Foto: Dagmar Schwelle, Bundesverband Deutsche Tafel e.V.