Luftreiniger in der Bäckerei
Die BGN bietet in der aktuellen Ausgabe „Akzente“ einen ausführlichen Bericht samt Video über die Sinnhaftigkeit von Luftreinigungsanlagen in der Backstube. Zwar seien in den vergangenen 30 Jahren große Erfolge beim Zurückdrängen der typischen Bäckerkrankheit „Mehlstauballergie“ erzielt worden, doch vollständig verschwunden sei sie nicht. Zudem würden neben Getreidemehl auch andere pulverförmige Rohstoffe – etwa Backmittel – während der Produktion in die Atemluft gelangen und können für Gefährdungen der Beschäftigten sorgen. Der Artikel beleuchtet die erforderlichen Basismaßnahmen, Vorteile von lokalen Absaugungen bis hin zu Lüftungsanlagen. Zudem biete die BGN auf Wunsch Mehlstaubmessungen in der Backstube durch, um klare Werte und konkrete Maßnahmen für besseren Gesundheitsschutz zu erarbeiten.
Primären Maßnahmen
Die primären Maßnahmen zur Verminderung dieser Gefährdungen sind die in der Arbeitssicherheitsinformation (ASI) 8.80 „Vermeidung von Bäckerasthma“ beschriebenen „Basismaßnahmen“. Sie sollten überall bekannt und auch vollständig umgesetzt sein. Ergänzend können lokale Absaugeinrichtungen installiert werden.
Wenn Basismaßnahmen nicht reichen
Manchmal reicht das jedoch nicht aus – dann kommen Luftreiniger ins Spiel. Während gröbere Staubbestandteile aufgrund ihres höheren Gewichts relativ schnell absinken, bilden feine Stäube mit der Luft ein schwer zu trennendes Gemisch. Die feinen Anteile können stundenlang in der Luft verbleiben und tragen damit im gesamten Betrieb über die gesamte Schichtdauer zur Staubexposition aller Beschäftigten bei.
Was hilft gegen diesen verbleibenden Staub?
Vorrang haben immer die Maßnahmen an der Quelle: Basismaßnahmen und lokale Absaugungen. Doch auch sie können nicht jeden Feinstaub erfassen. Gegen den Rest helfen nur technische Maßnahmen – entweder ein ausreichender Luftaustausch über eine Lüftungsanlage oder die lokale Trennung von Feinstaub und Luft durch einen Luftreiniger.
Lüftungsanlagen und Luftreiniger im Vergleich
Eine Lüftungsanlage kann vieles: die Luft nach Bedarf heizen oder kühlen, be- und entfeuchten, entstauben oder den Luftstrom im Raum gezielt von „sauber“ nach „schmutzig“ leiten. Zudem lässt sich beim Luftaustausch Wärme zurückgewinnen oder gefilterte Luft in den Raum zurückführen. All das macht Lüftungsanlagen zu einer sehr wirksamen, aber auch kostspieligen Lösung. Alternativ oder auch ergänzend zu einer bestehenden Lüftungsanlage können Luftreiniger eingesetzt werden. Die in Backbetrieben gängigen pulverförmigen Rohstoffe lassen sich mit gängigen Luftfiltern, meist Faserfiltern, sehr gut abscheiden. Technisch ist ein Luftreiniger schnell erklärt: Ein Filter und ein Gebläse werden in ein Gehäuse eingebaut und zum Beispiel an der Decke montiert – schon wird eine große Luftmenge zuverlässig von Staub befreit. Der Vorteil: Mit vergleichsweise geringem Aufwand und geringen Kosten lässt sich viel erreichen. Eine gezielte Absaugung ist zwar nicht vorgesehen, dafür entfällt die aufwendige Integration in andere Maschinen, und Staubablagerungen in Rohren treten ebenfalls nicht auf.
Wie wirksam Lüftungsanlagen oder Luftreiniger sind, zeigt die sogenannte Luftwechselzahl. Sie berechnet sich aus dem gereinigten oder ausgetauschten Luftvolumenstrom in m³/h geteilt durch das Raumvolumen in m³. Ein moderner dichter Raum ohne Lüftung kommt auf einen Luftwechsel von 0,2/h. Das heißt, 20 Prozent des Luftvolumens des Raumes werden pro Stunde durch Undichtigkeiten gegen Außenluft getauscht. Ein zugiger Raum kommt auf etwa 1/h. Das heißt ein Raumluftwechsel pro Stunde. Typische Lüftungsanlagen arbeiten je nach Anforderung im Bereich von ein bis fünf Luftwechseln pro Stunde.
Ergänzung, nicht Ersatz: Wo Luftreiniger sinnvoll sind
Die Ergebnisse zeigen: Luftreiniger können mit vergleichsweise geringem Aufwand eine deutliche Staubreduktion bewirken. Dennoch gilt: Zuerst müssen die Basismaßnahmen sowie die Staubvermeidung an der Quelle vollständig umgesetzt sein. Erst danach kann der Einsatz von Luftreinigern Reststäube in der Luft wirkungsvoll weiter verringern. Ein gezielter Einsatz von Luftreinigern könnte in manchen Fällen sogar die – oft wenig geliebte – persönliche Schutzausrüstung wie Atemschutzmasken oder Atemschutzhelme ersetzen. Wichtig ist dabei, dass der Reinluftstrom in diesem Fall möglichst gezielt in den zu schützenden Arbeitsbereich geleitet wird. Luftreiniger werden von einer Reihe von Anbietern zum Kauf oder zur Miete angeboten. Betrieb und Wartung können Anwenderinnen und Anwender selbst übernehmen oder beim Anbieter der Luftreiniger in Auftrag geben. Die ersten Staubmessungen in Backbereichen mit Luftreinigern zeigen deutlich: Luftreiniger können eine wirksame Ergänzung des bisherigen Maßnahmenkatalogs zur Staubminderung sein.
BGN-Angebot: Mehlstaubmessung direkt in Ihrer Backstube
Auf Wunsch kommt die BGN in den Betrieb und führt vor Ort eine Mehlstaubmessung durch, um klare Werte und konkrete Maßnahmen für einen besseren Gesundheitsschutz in der Backstube zu erhalten.
Hier lesen Sie den gesamten Beitrag in der “Akzente” der BGN.
