Weichen für die Zukunft gestellt

Weichen für die Zukunft gestellt

v. l. Tobias Exner, Frithjof Jönsson und Uwe Mahlkow beim Verbandstag der Bäcker- und Konditoren-Landesverband Berlin und Brandenburg. Foto: Bäcker- und Konditoren-Landesverband Berlin-Brandenburg

Der Bäcker- und Konditoren-Landesverband Berlin und Brandenburg hat auf seinem Verbandstag Weichenstellungen für die Branche vorgenommen. Zu den zentralen Ergebnissen zählen die geschlossene Ablehnung der geplanten Verpackungssteuer in Potsdam sowie die Entscheidung, die Fusion der im Landesverband organisierten Innungen zu sogenannten Kammerinnungen bis Anfang 2028 abzuschließen. Der Verbandstag thematisierte zudem innovative Konzepte wie Backwaren-Verkaufsautomaten und Projekte wie die Fachkräftegewinnung aus der Mongolei. Unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Tobias Exner und des Geschäftsführers Frithjof Jönsson diskutierten die Delegierten mit Gästen wie der HWK-Präsidentin Corinna Reifenstein, dem künftigen Landrat Alexander Erbert, dem Bürgermeister Andreas Pfeiffer und Dr. Friedemann Berg vom Zentralverband über die Entlastung des Mittelstandes von Bürokratie und Kosten.

Beim diesjährigen Verbandstag des Bäcker- und Konditoren-Landesverbands Berlin-Brandenburg in Senftenberg zeigten die Mitglieder vor allem Entschlossenheit: Das regionale Handwerk rückt enger zusammen, um den wachsenden bürokratischen Hürden die Stirn zu bieten. Im Zentrum der Debatte stand die in der Landeshauptstadt Potsdam geplante Verpackungssteuer. Tobias Exner, Vorsitzender des Vorstands, legte dar, dass die Erhebung von 50 Cent pro Produkt – etwa auf belegte Brötchen – handwerkliche Betriebe massiv benachteilige. Da industriell verpackte Snacks aus dem Supermarkt von der Steuer befreit bleiben sollen, drohe eine eklatante Wettbewerbsverzerrung. Dass ein anderer Kurs möglich ist, unterstrich der Bürgermeister von Senftenberg, Andreas Pfeiffer (CDU), der im Rahmen der Tagung zusicherte, in seiner Amtszeit keine derartige Steuer in Senftenberg einzuführen zu wollen.
„Verpackungssteuern sind in der aktuellen Zeit pures Gift für unsere Betriebe. Wir brauchen Entlastung und keine neuen Bürokratiemonster“, betont Frithjof Jönsson, Geschäftsführer des Landesverbandes. „Ein kommunaler Flickenteppich an unterschiedlichen Steuerregeln ist für Betriebe, die über Gemeindegrenzen hinweg Filialen betreiben, nicht mehr handhabbar. Wir fordern die Politik auf, den Fokus auf Bürokratieabbau zu legen, statt dem Handwerk immer neue Steine in den Weg zu legen.“

Um die politische und wirtschaftliche Schlagkraft langfristig zu sichern, treibt der Verband die Umstrukturierung seiner Mitgliedsinnungen voran. Ein zentraler Tagesordnungspunkt in Senftenberg war die geplante Fusion der regionalen Innungen zu sogenannten „Kammerinnungen“. Während dieses Modell im Bezirk der HWK Cottbus bereits erfolgreich umgesetzt wurde, sollen die Bezirke Potsdam und Frankfurt (Oder) bis spätestens Anfang 2028 folgen. Ziel ist eine effizientere Verwaltung unter enger Einbindung der Kreishandwerkerschaften als bewährte Geschäftsstellen vor Ort. Die Delegierten betonten, dass dieser Prozess für die Zukunftsfähigkeit der Innungen bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben und der Interessenvertretung unerlässlich sei.

Trotz des Drucks durch Energie- und Personalkosten präsentierte sich die Branche innovativ. Diana Lewandowski stellte Konzepte für Backwaren-Verkaufsautomaten vor, während Stefan Zupp über Fördermittel und Strategien bei der Betriebsnachfolge informierte. Ein starkes Signal gegen den Fachkräftemangel setzte Stephan Sembritzki mit seinem Bericht über den Austausch mit jungen Menschen vor Ort in der Mongolei, die potentiell für eine Ausbildung im Bäckerhandwerk in Deutschland gewonnen werden könnten. Neben bürokratischen Hürden ist der Erwerb der Deutschen Sprache eine zentrale Herausforderung bei der Gewinnung von Fachkräften und Auszubildenden aus dem Ausland. Die Bedeutung dieser Arbeit würdigten auch die Ehrengäste, darunter Corinna Reifenstein (Präsidentin HWK Cottbus), der künftige Landrat Alexander Erbert und Friedemann Berg vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks, in ihren Grußworten.