Brot des Jahres 2026
Dieses Brot gibt es in vielen Formen und Rezepturen. Es ist lecker, ernährungsphysiologisch wertvoll und auch nachhaltig. Damit hat es das Roggenbrot zum Brot des Jahres 2026 geschafft. Auf der Grünen Woche in Berlin ist es von Bundesminister Alois Rainer und Bäckerpräsident Roland Ermer offiziell ernannt und angeschnitten worden. „Roggen ist das traditionelle Brotgetreide Deutschlands, das eine wichtige Rolle in der Ernährung spielt“, sagte der Präsident. „Roggen ist trockenresistenter als Weizen und leistet somit einen Beitrag zur Resilienz der Landwirtschaft.“ „Leckeres Brot vom Bäcker an der Ecke – das ist für viele Menschen in Deutschland der Geschmack von Heimat“, ergänzte der Minister. „Das Roggenbrot steht in dieser Tradition. Ich setze mich für den Erhalt dieser Traditionen ein: Brot in all seinen Variationen gehört zu einer ausgewogenen Ernährung einfach dazu; Bäckereien sind gerade in ländlichen Regionen wichtige Versorger und Treffpunkte für die Gemeinschaft im Ort.“
Ein Getreide, viele Brotvarianten
Das Roggenbrot gibt es in vielen Varianten: als Westfälisches Pumpernickel, als Hamburger Schwarzbrot, als Ammerländer Vollkornbrot und als Rheinisches Schwarzbrot als regionale Klassiker. Roggenbrot muss nach den Leitsätzen mindestens aus 90 Prozent Roggenmehl bestehen. Rezepturen, die Formgebung und das Backverfahren sind den Bäckermeistern freigestellt, so der Zentralverband. „Vor allem Handwerksbäcker führen Roggenbrot im Sortiment, denn typisch für Roggenbrot ist die Zubereitung mit Sauerteig. Das erfordert Know-how, Erfahrung und Fingerspitzengefühl der Bäckermeister. Erst durch die Sauerteigführung werden die Enzyme reguliert und das Roggenmehl kann verbacken werden. Der Sauerteig ist zugleich vorteilhaft für Aroma, Frischhaltung und Bekömmlichkeit ist“, sagte Ermer.
Politische Rahmenbedingungen müssen stimmen
Der wissenschaftliche Beirat des Deutschen Brotinstituts hat das Roggenbrot zum Brot des Jahres gekürt, um auf diese Brotvielfalt im Allgemeinen und den Roggen als nachhaltige Getreidesorte im Speziellen hinzuweisen. Die deutsche Brotkultur mit mehr als 3.000 verschiedenen Brotspezialitäten ist weltweit einmalig und wird täglich von über 8.900 Handwerksbäckern lebendig gehalten. Die Innungsbäcker sorgen dafür, dass Verbraucher stets mit bestem Brot und Backwaren versorgt werden. „Damit dies auch künftig so bleibt, müssen die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehört insbesondere der Abbau von Bürokratie, die Reform des Arbeitsrechts, die es Handwerksbäckereien ermöglicht, an sonn- und Feiertagen Backwaren zu produzieren und auszufahren sowie eine Wirtschaftspolitik, die den Mittelstand in den Fokus nimmt“, betonte Ermer. Das Brot des Jahres 2025 war das Nussbrot.

