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Kein Müll!

Im Einsatz gegen Brotverschwednung: Ronny Wolf (links), Rework-Spezialist in der Bäckerei Schüren, und sein Chef, Roland Schüren, sortieren Brötchen für die Weiterverarbeitung in neuen Teigen. Foto: ZDF und Chris Koytek

 

Laut einer Studie des World Wildlife Fund (WWF) landen in Deutschland jährlich 1,7 Millionen Tonnen Brot und Backwaren im Müll. In Kampf gegen diese Verschwendung suchen Bauern, Bäcker und Brotliebhaber nach neuen Rezepten für altes Brot. Am 30. November 2019 (17.35 Uhr) sendet das ZDF in der Sendung plan b den Beitrag „Bis zum letzten Krümel – Rezepte gegen Brotverschwendung“. Zu Wort kommt Bäckermeister Roland Schüren, Bäckerei Geiping, Biobauer Nico Gottschaller sowie die Programmierer Eyüp Aramaz und Tobias Pfaff. Die Sendung ist vorab ab Freitag in der ZDFmediathek zu finden.

Niko Gottschaller (Foto), Bio-Landwirt aus Rotthalmünster, ist täglich mit Brotbergen konfrontiert, die in Bäckereien unverkauft bleiben. Der Bio-Landwirt aus Rotthalmünster wollte der Lebensmittelverschwendung nicht mehr tatenlos zusehen und sammelt deshalb bei umliegenden Bäckereien Brot, Brötchen und Teilchen ein – die Reste, die eigentlich weggeworfen würden. Damit „füttert“ er seine eigens dafür entwickelte Biogasanlage und produziert so Strom aus Brot.

 

 

Foto:  ZDF Tom Bresinsky

Bei Bäckermeister Roland Schüren, der seinen Familienbetrieb in vierter Generation führt, landet ebenfalls kein Brot mehr im Müll. Zuerst holt die Tafel ab, was sie gebrauchen kann. Dann wird der Großteil der Reste wieder genutzt für frische Brote.

Doch wie lässt sich verhindern, dass überhaupt so viele Brotreste anfallen? Eine Antwort darauf liefert eine Software, die die Programmierer Eyüp Aramaz und Tobias Pfaff entwickelt haben. Das Programm errechnet, wie viel ein Bäcker wann wovon backen soll, und stützt sich dabei auf Untersuchungen, wonach Menschen montags weniger Brot kaufen, wenn sonntags das Wetter gut war, und am Monatsanfang mehr Brot kaufen als am Monatsende. Die Bäckerei Geiping hat das Programm ausprobiert und behielt am Abend bis zu 25 Prozent weniger Brot übrig als früher.