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Hamburgs Tütenkampagne

Seit elf Jahre sind Hamburgs Bäcker mit an Bord: Bei der Brötchentütenkampagne gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Foto: Bäckerinnung Hamburg

 

Bereits zum elften Mal beteiligen sich Hamburgs Bäcker zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen an der Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Vom 25. bis 29. November geben sie mehr als 40.000 Brötchentüten mit der Botschaft „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ aus. Auf den Tüten stehen die Adressen von Hamburger Beratungsstellen bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die Mitwirkenden des Arbeitskreises gegen Gewalt an Frauen und Mädchen verteilen Tüten und Stoffbeutel an Bürger im Einkaufszentrum. Die Schirmherrschaft übernimmt erneut Bischöfin Kirsten Fehrs.

Gewalt ist in vielen Familien trauriger Alltag! Jede vierte Frau in Deutschland erlebt mindestens einmal körperliche und sexualisierte Gewalt. Allein in der Hansestadt Hamburg meldeten sich im Jahr 2018 bei sieben Hamburger Beratungs- und Schutzeinrichtungen mehr als 2470 betroffene Frauen und 486 Kinder! Die Dunkelziffer liegt weit darüber, weil viele Frauen und Mädchen aus Scham darüber nicht sprechen möchten. Das Problem betrifft alle sozialen Schichten. Durchschnittlich jeden dritten Tag bringen Männer in Deutschland ihre Partnerin, Lebensgefährtin oder Ex-Partnerin um. 123 Frauen sind im letzten Jahr Feminiziden zum Opfer gefallen.

Für die Handwerksbäcker ist es eine Selbstverständlichkeit, sich für ihre Kundinnen, die gleichzeitig Nachbarn in ihrem Stadtteil sind, zu engagieren. Daher unterstützt die Bäcker-Innung Hamburg die Aktion seit Beginn gerne. Auch in diesem Jahr werden Infoscreens in den U-Bahnen auf die Aktion und den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam machen. Zusätzlich werden in den S- und U- Bahnhöfen Plakate über die Aktion mit Notrufnummern ausgehängt. Zudem werden an diesem Tag viele Gebäude in Hamburg in orangem Licht erstrahlen, darunter auch Hamburgs Wahrzeichen, der Michel. Auf Initiative der Vereinten Nationen läuft dann die Kampagne „Orange Your City“. Das Orange steht für eine Zukunft ohne Gewalt.