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Einmal ohne, bitte

Die Münchner Crowdfunding-Kampagne will ihr Konzept deutschlandweit ausbauen. Foto: Einmal ohne, bitte

 

Der beste Müll ist der, der gar nicht erst entsteht. Unter diesem Motto sammelt die Münchner Crowdfunding-Kampagne Einmal ohne, bitte noch bis zum 4. Dezember 2019 für die Ausbreitung ihres Münchner Labels auf ganz Deutschland – Berlin und Hamburg sollen den Beginn machen. Nach zwei Wochen sei bereits mehr als die Hälfte des Crowdfunding-Ziels erreicht, meldet die Initiative. Die Gruppe fördert mit ihrem Label das Einkaufen ohne Verpackung. Kern des Labels ist der Sticker mit dem Schriftzug „Einmal ohne, bitte“. An Theken und Schaufenstern angebracht kennzeichnet er Geschäfte und Lokale, die ihre Waren auch unverpackt anbieten. Hier können sich Kunden ihren Einkauf in eigene Behälter füllen lassen.

Begleitet wird der Sticker von einem Infopaket für Händler und Gastronomen, das aufklärt und Vorbehalte abbaut. Auf einer Online-Karte können Kunden außerdem alle Läden finden – in München inzwischen über 340. Hinter Sticker, Infopaket und Karte steht eine durchdachte Strategie, um langfristig das Verhalten von Kunden und Händlern zu ändern. Es gehe um Routinen und ganz besonders um soziale Hemmschwellen.

Wer schon einmal mit einer alten Brot-Tüte zum Bäcker gegangen sei, der wisse: „Es fühlt sich komisch an, wenn die Verkäufer auf einmal ungläubig schauen und man drei mal bestätigen muss, dass man das Brot wirklich in die alte Tüte haben möchte.“, sagt Sarah Schmidbauer, Pädagogin und ehrenamtliche Fundraiserin der Kampagne. „Unser Sticker an Tür und Theke gibt allen Anwesenden das Zeichen: Hier weiß man Bescheid und nimmt mitgebrachte Verpackungen gerne an“.

Das Label diene außerdem als Gedächtnisstütze, denn es erinnert Kunden bei jedem Einkauf an die Möglichkeit, eine eigene Verpackung mitzubringen. Seit dem Auftakt am Münchner Viktualienmarkt im Februar 2019 hat das Label „Einmal ohne, bitte“ eine beachtliche Entwicklung hingelegt. Erst kürzlich sprach sich auch Oberbürgermeister Dieter Reiter dafür aus, München zur nächsten Zero-Waste-City zu transformieren und nannte „Einmal bitte“ als Best-Case1. „In München läuft das Label super – jetzt wollen wir mehr“, so Sarah Schmidbauer. „Wir möchten verpackungsfreies Einkaufen in ganz Deutschland möglich machen.“ Auf München sollen Hamburg und Berlin folgen.

Mehr Infos: www.einmalohnebitte.de

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