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Erster Lausitzer Mohn

Vom Feld in den Kuchen: In der Oberlausitz ist der Mohn reif. Foto: Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

 

Oberlausitzer Mohnkuchen, Mohnbrötchen, Mohnstollen und Mohnöl: Auf drei Hektar Ackerfläche ist im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft erstmalig wieder Backmohn angebaut worden. Bereits früher wurde in der Region Mohn angebaut. Nun soll getestet werden, ob die Fruchtart auch unter den heutigen marktwirtschaftlichen und klimatischen Bedingungen eine Chance hat. Die Innungsbäckereien der Kreishandwerkerschaft Bautzen jedenfalls wünschen sich Mohn aus der Oberlausitz – darunter Bäckerei Stefan Richter in Kubschütz , Bäckerei & Konditorei Neumann in Bautzen und die Himmelsbäckerei Andreas Hultsch in Neukirch.

Das kräftig leuchtende Lila des Mohnfeldes hat sich längst in ein helles Beige gewandelt. Der Mähdrescher zieht auf dem Modellacker eine Staubwolke hinter sich her – ideales Erntewetter für den Wintermohn. Bereits in der Vergangenheit wurden Wünsche der ansässigen Bäckerein berücksichtigt und der Anbau von alten Sorten und Fruchtarten auf Ackerflächen im Biosphärenreservat getestet. So sollen Nischen für Landwirtschaftsbetriebe und Verarbeiter aufzeigt werden. Motto: Eine regionale Vielfalt auf dem Acker bringt auch eine Vielfalt auf den Teller.

Für den ersten Aufschlag sind die Ernteergebnisse von rund 1,5 Tonnen für alle Beteiligten zufriedenstellend. Das Erntegut kommt nun in Kisten direkt vom Feld in die Versuchsstation Pommritz des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Hier soll es für die Reinigung in der Rätze-Mühle Spittwitz getrocknet werden, um dann später zu sächsischen Mohnkuchen und Mohnstollen verarbeitet zu werden. Auch für das kommende Jahr ist der Mohnanbau auf den Feldern geplant, so Christina Schmidt, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit im Biosphärenreservat.