Freiwillig weniger Zucker und Salz
In Schweden haben sich vier Branchenverbände und ihre Mitgliedsunternehmen, darunter auch der schwedische Bäcker- und Konditorenverband Sveriges bagare & konditorer, gemeinsam vereinbart, freiwillig für ihre Produkte weniger Salz und weniger Zucker zu verwenden. Zudem wollen sie die Nährwertangaben der Produkte zukünftig auf der Verpackung anzugeben. Die Abmachung umfasse zunächst gesüßte Milchprodukte mit Geschmack, Brot, Kaffeebröd (Feingebäck), Kekse, Kuchen und Eiscreme. Weitere Verpflichtungen sollen im Laufe des Frühjahrs folgen. Die Verpflichtungen sind freiwillig und die Ziele sind auf das Jahr 2030 ausgerichtet. Man wolle gute Ernährungsgewohnheiten fördern und die allgemeine Gesundheit stärken. Bislang haben sich 14 Lebensmittelunternehmen angeschlossen. Darunter Biscuit International Sweden, Lantmännen Unibake Sweden und Orkla Snacks Sverige.
Weniger Salz, ohne Qualitätseinschränkung
Lantmännen Unibake hat sich den Verpflichtungen für Brot und Kaffeebrot angeschlossen. Eva Strömbom ist Marketing- und Innovationsdirektorin und sieht dies als einen natürlichen Teil der verschiedenen Initiativen von Lantmännen Unibake für eine bessere Volksgesundheit.
„Wir haben uns klare Ziele gesetzt, um den Salzgehalt in unserem Brot zu reduzieren, ohne dabei Qualität und Geschmack zu beeinträchtigen. Außerdem möchten wir es den Verbrauchern leicht machen, Informationen über den Kaloriengehalt von Kaffeebrot zu finden. Wir sind sehr stolz darauf, Teil dieser branchenweiten Verpflichtung zu sein und zu einer besseren öffentlichen Gesundheit beizutragen“, sagt Eva Strömbom.
Freiwilligkeit als Voraussetzung für Erfolg
Der Beitritt zu den Verpflichtungen ist freiwillig, was die vier Branchenverbände als Voraussetzung für den Erfolg ansehen. Im Gegensatz zu verbindlichen Maßnahmen und Gesetzen seien freiwillige Maßnahmen ein wirksames Mittel, um das Engagement der Unternehmen für Fragen der öffentlichen Gesundheit zu steuern und zu verstärken, ohne ihre Wettbewerbsfähigkeit zu beeinträchtigen. Der starke Anstieg des Anteils zuckerfreier Erfrischungsgetränke, die mittlerweile 60 Prozent des Umsatzes ausmachen, und die Salzreduktion in Wurstwaren und Brot um 25 bzw. 20 Prozent sind deutliche Beispiele dafür, dass Freiwilligkeit funktioniert.
Unterschiedliche Ziele für verschiedene Lebensmittel
Die Ziele der jeweiligen Verpflichtungen unterscheiden sich je nach Lebensmittelgruppe. Jede Produktkategorie hat unterschiedliche Voraussetzungen und trägt auf unterschiedliche Weise zu besseren Ernährungsgewohnheiten bei, sodass die Ziele angepasst werden müssen. Bei der Arbeit an den Verpflichtungen war es wichtig, sowohl die öffentliche Gesundheit als auch das Geschäft im Blick zu behalten, damit der Beitrag der Unternehmen zu besseren Ernährungsgewohnheiten so gestaltet wird, dass er nicht zu Umsatzrückgängen oder einer Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit führt.
Hier sind die Ziele, die sich die angeschlossenen Unternehmen bis 2030 gesetzt haben:
Ziel für gesüßte, aromatisierte Milchprodukte: Bis 2030 sollen mindestens 90 Prozent des Umsatzes des Unternehmens maximal 6,0 g freien Zucker/100 g enthalten. Angeschlossene Unternehmen: Arla Foods, Norrmejerier, Skånemejerier.
Ziele für Brot: Bis 2030 sollen mindestens 80 Prozent der Produkte des Unternehmens an Weichbrot maximal 1,0 Gramm Salz/100 Gramm, an Weichvollkornbrot maximal 1,2 Gramm/100 Gramm und an Hartbrot maximal 1,3 Gramm/100 Gramm enthalten. Angeschlossene Unternehmen: Wasa/Barilla Sverige, Fazer Bageri, Lantmännen Unibake, Leksands Knäckebröd, Polarbröd.
Ziel für Kaffeebrot, Kekse und Kuchen: Das Unternehmen muss alle verpackten Produkte mit dem Energiegehalt (pro Stück oder pro Portion) auf der Vorderseite der Verpackung kennzeichnen. Angeschlossene Unternehmen: Biscuit International Sweden, Lantmännen Unibake Sweden, Orkla Snacks Sverige.
Ziel für Eiscreme: Bei Einzelstücken, die speziell für Kinder bestimmt sind, verpflichten sich die Unternehmen, bis spätestens 2030 alle derartigen Produkte mit dem Energiegehalt pro Stück auf der Vorderseite der Verpackung zu kennzeichnen. Angeschlossene Unternehmen: Engelholms Glass, Magnum ICC Sweden, SIA Glass, Triumf Glass.
„Selbstverständlich, dass wir einen Beitrag leisten“
Die freiwilligen Verpflichtungen wurden in enger Zusammenarbeit mit der schwedischen Lebensmittelbehörde (Livsmedelsverket) ausgearbeitet. Im Jahr 2024 sprach sich die Behörde für die mehrjährige Arbeit der Lebensmittelindustrie im Bereich freiwilliger Verpflichtungen aus. In diesem Zusammenhang erklärte Projektleiterin Åsa Brugård Konde: „ Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass bei Herstellern und Händlern der Wille besteht, den Salz- und Zuckergehalt in Lebensmitteln zu senken. Viele Unternehmen arbeiten bereits daran, aber die Bemühungen müssen zum Wohle der Gesundheit intensiviert werden.“
Eines der Unternehmen, das sich der neuen Verpflichtung für gesüßte, aromatisierte Milchprodukte angeschlossen hat, ist Arla, wo Elin Boll als Gesundheits- und Ernährungsexpertin tätig ist. „Für Arla war es selbstverständlich, sich an dieser Arbeit zu beteiligen. Wir haben den Zuckergehalt in gesüßtem, aromatisiertem Joghurt schrittweise gesenkt und sehen, dass dies möglich ist, und diese Arbeit wird fortgesetzt. Wir in der Lebensmittelindustrie haben sowohl die Verantwortung als auch die Möglichkeit, zu einer besseren öffentlichen Gesundheit beizutragen“, sagt Elin Boll.
Die vier Branchenverbände machen deutlich, dass die Lebensmittelindustrie die Ernährungsgewohnheiten und die öffentliche Gesundheit nicht alleine verbessern kann. Der Lebensmitteleinzelhandel und die Gastronomie sind daher herzlich eingeladen, sich den freiwilligen Maßnahmen anzuschließen, damit die gesamte Lebensmittelkette mitwirkt und einen Beitrag leistet. Die vier Branchenverbände haben ein funktionierendes Modell, das sie gerne weitergeben.
Foto: Livsmedelsföretagen
